Weltbank: Syrischer Wiederaufbau wird über 180 Milliarden US-Dollar kosten

Weltbank: Syrischer Wiederaufbau wird über 180 Milliarden US-Dollar kosten
Der Wiederaufbau des bürgerkriegsgeschüttelten Syriens wird nach Berechnungen der Weltbank über 180 Milliarden US-Dollar kosten. Weltbank-Chef Jim Yong Kim warnte zudem davor, dass bedingt durch den niedrigen Ölpreis der Wiederaufbau sich in die Länge ziehen werde und dadurch auch die Flüchtlinge zunächst nicht zurückkehren werden.

„Sobald die Feindseligkeiten ihr Ende finden, ist es unwahrscheinlich, dass viele syrische Flüchtlinge zurückkehren, wenn Schulen und Krankenhäuser nicht wiederaufgebaut werden“, sagte Jim Yong Kim, der Weltbank-Chef, bei einer Pressekonferenz der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank am vergangenen Donnerstag.

Angesichts des Falls des internationalen Ölpreises drückte Kim seine Besorgnis über die Chancen eines Wiederaufbaus Syriens aus. Es sei unklar, wer die grundlegende Infrastruktur des Landes wiederinstandsetzen könnte.

„Ich mache mir Sorgen, dass es nicht die Art von zuschussbasierten Hilfen geben wird, die wir zu Zeiten sehen würden, als der internationale Ölpreis noch bei 100 US-Dollar pro Fass lag“, kommentierte der Präsident.

Die üblichen humanitären Akteure der Region, die Ölförderstaaten, seien mit gewaltigen Haushaltsdefiziten konfrontiert, führte Kim aus.

Im vergangenen Monat rechnete der syrische Präsident Baschar al-Assad aus, dass der geschätzte wirtschaftliche Verlust im Zuge des seit mehr als fünf Jahren wütenden Bürgerkrieges in Syrien bei 200 Milliarden US-Dollar liege. Der Präsident bemerkte allerdings, dass sich westliche Firmen hinsichtlich lukrativer Aufträge beim Wiederaufbau keine großen Hoffnungen machen sollten. Vielmehr plane Damaskus seine bewährten Verbündeten Russland, China und Iran zu begünstigen.

Der Bürgerkrieg in Syrien begann im März 2011 mit landesweiten Protesten. Seitdem starben laut Hochrechnungen der UN mehr als 220.000 Menschen und mehrere Millionen Bürger wurden gezwungen, ins Ausland zu fliehen.