Russland macht Golfstaaten für Scheitern des Doha-Deals verantwortlich

Russland macht Golfstaaten für Scheitern des Doha-Deals verantwortlich
Russlands Energieminister, Alexander Nowak, hat die OPEC-Staaten am Sonntag beschuldigt „zweimonatige Verhandlungen zunichtezumachen“, indem sie vor Abschluss der Gespräche zum Einfrieren der Ölproduktion in Doha unerwartete neue Forderungen stellten. Die Gespräche endeten damit, dass keine Einigung erreicht werden konnte.

Im Gespräch mit russischen Medien nach dem Abschluss der Verhandlungen, die über 12 Stunden gedauert hätten, erklärte Nowak, dass die elf OPEC-Staaten und sieben ebenfalls vertretene Nichtangehörige in der katarischen Hauptstadt zwei Monate mit dem Versuch verbracht hätten, eine Vereinbarung auszuarbeiten, die Ölproduktion auf eine Obergrenze auf dem Niveau von Januar zu limitieren, um einen weiteren Preisverfall zu vermeiden.

„Einige OPEC-Länder beschlossen, ihre Kooperationsbedingungen im letzten Moment zu ändern. Sie versuchten, Ländern Zugeständnisse abzuringen, die nicht anwesend waren. Wir bestanden darauf, sich auf Länder zu konzentrieren, die anwesend waren“, sagte der russische Minister.

Die Golfstaaten, allen voran Saudi-Arabien, drängten darauf, den Iran aufzufordern, die eigene Produktion zu begrenzen. Im Zuge des Abschlusses des Nukleardeals mit Teheran ist es dem Schiiten-Staat wieder erlaubt, im vollen Ausmaß auf dem Energiesektor global zu agieren, eine Entwicklung, die Riad aus mannigfaltigen Gründen als Gefahr wahrnimmt. Bei den Verhandlungen in Doha war kein Delegierter aus dem Iran anwesend.

Auf die Frage, welche Länder abseits von Saudi-Arabien den Iran in ein Abkommen drängen wollten, zählte Nowak Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und „andere Golfstaaten“ auf.

Nowak räumte ferner ein, dass der Gipfel „die Erwartungen nicht erfüllen konnte“, und sobald die Vereinbarung bereit gewesen wären, seien die Teilnehmer zu hitzigen Diskussionen übergegangen.

„Wie kann Iran der Grund für das Scheitern der Gespräche sein, wenn er nicht einmal anwesend war?“, fragte Nowak rhetorisch. „Wir glauben einfach, dass die Anwesenheit von Ländern, die verantwortlich für 75 Prozent der weltweiten Ölproduktion sind, ausreichend war“.

Nowak argumentierte, das Scheitern eines Deals schob die „Korrektur“ des Ölpreises um drei bis sechs Monate auf, der gegenwärtig bei 45 US-Dollar je Fass kursiert. Der internationale Ölmarkt könnte sich dadurch wohl erst Mitte 2017 wieder erholen, Russland allerdings sei „nicht davon betroffen“.

Der 44-jährige russische Energieminister wollte nicht bestätigen, dass Russland, das sich im Februar mit Saudi-Arabien auf einen Preisstopp geeinigt hatte, noch am bevorstehenden Gipfel im Juni teilnehmen werde. Er bemerkte allerdings, er sei „wenig optimistisch“ über den Erfolg folgender Gespräche und resümiert:

„Dennoch glauben wir, dass die Türen für zukünftige Konsultationen geöffnet sind.“