Putin verspricht Stabilisierung der Lebensmittelpreise in Russland

Putin verspricht Stabilisierung der Lebensmittelpreise in Russland
Bei seiner alljährlichen "Bürgersprechstunde" am Donnerstag hat der russische Präsident Wladimir Putin eingeräumt, dass Lebensmittelpreise gestiegen seien, nachdem Russland ein Embargo gegen westliche und türkische Produkte verhängt hatte. Gleichzeitig verkündete er, dass die Preise sich zeitnah stabilisieren werden, sobald der russische Lebensmittel-Markt endgültig mit heimischen Gütern substituiert wurde.

Russlands Premierminister Dmitri Medwedew trifft den Präsidenten der Siemens AG Russland, Dietrich Möller, im Hintergrund der Siemens Chief Executive Officer (CEO) Peter Löscher. Moskau, Juni 2013.

„Das ist ein Ergebnis des Lebensmittelembargos, welches wir einführten, um unsere Lebensmittelwirtschaft zu stärken und sie entwickelt sich“, antwortete Putin auf Anfrage.

Der russische Präsident fügte hinzu, dass über 40 Millionen Russen in ländlichen Gebieten Russlands leben. Für sie sei die nachhaltige Entwicklung des Agrarsektors von zentraler Bedeutung. Putin nach müsse die Stärkung des Agrarsektors zur Erhöhung der landesweiten Nahrungsmittelsicherheit führen.

Vergangenes Jahr betrug die Inflationsrate in Russland 12,9 Prozent. Am 14. April gab der Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Alexej Ulukajew, bekannt, Moskau erwarte einen signifikanten Rückgang der Inflation auf 6,5 bis 7 Prozent dieses Jahr und eine weitere graduale Abflachung auf 4,5 bis 5 Prozent.

Putin versicherte ferner der russischen Bauernschaft, dass Sanktionen auch in nächster Zukunft nicht aufgehoben werden. Günstige ausländische Produkte sollen den russischen Markt nicht noch einmal überschwemmen können. Die Landwirte fürchten, sollte ein solcher Fall doch eintreten, dass Kredite, die für die Modernisierung und Steigerung der Produktion aufgenommen wurden, wegen des ausländischen Drucks nicht zurückgezahlt werden können.

Quelle: Gleb Osokin / Wikipedia

Hinsichtlich der Maidan-Regierung im ukrainischen Nachbarland und der umstrittenen westlichen Sanktionspolitik gegen Russland kommentierte Putin:

„Trotz der Tatsache, dass die Minsker Vereinbarung mangelhaft von Kiew umgesetzt wird, sind sie [der Westen] nicht bereit, das Scheitern der ukrainischen Regierung zuzugeben. Vielmehr kommen sie mit der Idee, die Sanktionen auszuweiten, aber wir werden unsere auch weiterhin beibehalten.“

Anfang diese Woche informierte der russische Agrarminister, Alexander Tkatschew, dass Sanktionen und der schwache Rubel nicht für immer bestehen werden. Er drängte die Bauern und Bäuerinnen, die Gunst der Stunde zu nutzen, und sanktionierte westliche oder türkische Importe auf dem russischen Markt möglichst zu substituieren.