Siemens-Chef im RT-Interview: „Wir schauen auf Russland aus einer strategischen Perspektive“

Russlands Premierminister Dmitri Medwedew trifft den Präsidenten der Siemens AG Russland, Dietrich Möller, im Hintergrund der Siemens Chief Executive Officer (CEO) Peter Löscher. Moskau, Juni 2013.
Russlands Premierminister Dmitri Medwedew trifft den Präsidenten der Siemens AG Russland, Dietrich Möller, im Hintergrund der Siemens Chief Executive Officer (CEO) Peter Löscher. Moskau, Juni 2013.
Der Präsident des deutschen Konzerns Siemens in Russland und Zentralasien, Dr. Dietrich Möller, hat im Gespräch mit RT über Auswirkungen der Russland-Sanktionen auf seine Firma und über Aussichten des Konzerns in Russland gesprochen. Er betonte insbesondere: „Wir haben immer gesagt, dass wir gegen die Sanktionen sind und für ihre Aufhebung plädieren."

Der Präsident des deutschen Konzerns Siemens in Russland und Zentralasien, Dr. Dietrich Möller, hat im Gespräch mit RT über Auswirkungen der Russland-Sanktionen auf seine Firma und über Aussichten des Konzerns in Russland gesprochen.

In Bezug auf die Folgen der Russland-Sanktionen auf die Tätigkeit von „Siemens“ sagte Dr. Dietrich Möller Folgendes:

„Erstens ist Siemens in Russland seit über 160 Jahren präsent. Innerhalb dieser Zeit haben wir schon einige schwierige Perioden durchgemacht. Zweitens ist unser Geschäft davon nicht direkt betroffen. Wir haben fast alle Aufträge erfüllt. Nicht alle Verträge wurden mit Sanktionen belegt. Dennoch wirken sich diese Sanktionen auf uns indirekt aus. Vor allem was die Finanzierung betrifft. Das heißt, wenn unsere Kunden neue Projekte nicht finanzieren können, bekommt Siemens weniger Aufträge. Das betrifft große Projekte im Energiebereich und in der Industrie. Drittens sind die indirekten Auswirkungen der Sanktionen, meiner Meinung nach, viel schwächer, als die der wirtschaftlichen Situation in Russland.“

„Wir haben immer gesagt, dass wir gegen die Sanktionen sind und für ihre Aufhebung plädieren. Andererseits ist das eine politische Entscheidung, und die Unternehmen müssen die politischen Entscheidungen des Präsidenten und der Regierung befolgen. Für uns sind diese politischen Entscheidungen Gesetze, die wir natürlich einhalten“, fügte der Siemens-Präsident in Russland hinzu.

Auf die Frage, ob deutsche Großunternehmen die Regierung ihre Landes beeinflussten, antwortete Dr. Dietrich Möller wie folgt:

„Solche großen Unternehmen wie Siemens führen ständig einen Dialog mit der Regierung. Aber Politik ist eine Sache, und Wirtschaft – eine andere. Siemens beschäftigt sich nicht mit Politik, sondern setzt sich für günstige Bedingungen für Unternehmen ein. In der Tat machen wir uns für die Aufhebung dieser Sanktionen stark, weil sie einen negativen Hintergrund und ein negatives Kima schaffen."

"Wir haben in die Produktionsbasis in Russland investiert. Wir haben hier Betriebe. Wir haben auf neue Projekte und Aufträge gehofft, um diese Werke auszulasten. Trotz der entstandenen Situation arbeiten wir weiter und nehmen Investitionen vor, weil wir auf Russland in unserem Geschäft nicht in kurzfristiger, sondern in strategischer Perspektive schauen. Daher glauben wir, dass Russland für Siemens ein sehr interessantes Land ist, weil wir Infrastrukturlösungen anbieten, die Russland braucht.“