Rubel und russischer Aktienmarkt zeigen deutlichen Aufwärtstrend

Rubel und russischer Aktienmarkt zeigen deutlichen Aufwärtstrend
Frisches Geld kehrt zurück an die Finanzmärkte Russlands. Der MICEX-Aktienhandel hat neue Rekordhöhen verzeichnet. Der steigende Erdölpreis hat ein neues Interesse der Investoren an russischen Vermögenswerten geweckt, die weithin als unterbewertet gelten.

Am Dienstag wurde der Moskauer Aktienindex MICEX bei über 1900 Punkten gehandelt. Damit kursierte er 70 Punkte höher als bei seinem Allzeithoch im Jahr 2008 vor der Finanzkrise.

Der mit dem US-Dollar denominierte RTS Index zeigte ebenso eine Erholung von den Talfahrten der letzten Jahre. Er wurde zum ersten Mal seit November vergangenen Jahres bei über 900 Punkten gehandelt.

„Unterbewertete Aktien bedeuten, Geld in der Tasche zu haben“, sagte Anna Vaananen, Finanzexpertin bei Credit Suisse in Zürich, im Gespräch mit dem Finanznachrichtenportal Bloomberg.

Erwartungen, dass die größten Energieproduzenten der Welt sich am kommenden Sonntag auf die Einfrierung der Rohölproduktion einigen könnten, haben zudem den Ölpreis der Marke Brent auf ein Viermonatshoch hochgedrückt. Während der Brent am Dienstag einen Wert von 43,38 US-Dollar erreichte, kam die US-Marke WTI auf 40,78 US-Dollar je Fass.

In diesem Zusammenhang nahm der russische Rubel wieder an Fahrt auf. Seit Januar dieses Jahres legte die Währung der Föderation gleich um 23 Prozent zu. Am Dienstag wurde der Rubel bei 66,26 Rubel zum US-Dollar gehandelt.

Laut der Finanzexpertin Vaananen habe der stabilisierte Erdölpreis überdies der russischen Zentralbank dabei geholfen, die steigende Inflation auf 13 Prozent einzugrenzen.

Diese Entwicklung bahnt nicht zuletzt den Weg für weitere Zinssenkungen. Gegenwärtig steht der Leitzins bei elf Prozent. Senkungen könnten das Wirtschaftswachstum in der Russischen Föderation zusätzlich stimulieren. Die Moskauer Zentralbank hat die Zinsrate seit Juli 2015 nicht mehr gesenkt.

Der russische Finanzminister, Anton Siluanow, hingegen gab sich am Dienstag noch bedächtig. Er sagte, eine schnelle Erholung des Erdölpreises und Rubels könnten nur vorübergehend die russische Wirtschaft ankurbeln. Das Hauptziel des Ministeriums sei vielmehr, die Wirtschaft zurück auf den Pfad des nachhaltigen Wachstums zu bringen, das nicht vom kurzfristigen Anstieg der Rohölpreise abhängig sei.