Strategische Partnerschaft: China will Unternehmen aus 12 Schlüsselsektoren nach Russland verlegen

Strategische Partnerschaft: China will Unternehmen aus 12 Schlüsselsektoren nach Russland verlegen
Die chinesische Regierung plant, eine Reihe strategischer Schlüsselindustrien in den Osten Russlands zu verlegen. Nach chinesischen und russischen Angaben sind bisher 12 Sektoren für die Umsiedlung angedacht, um so eine gemeinsame, exportorientierte Produktion auf dem russischen Territorium des Fernen Ostens zu etablieren.

Beim Besuch des russischen Ministers für fernöstliche Angelegenheiten, Alexander Galuschka, in der chinesischen Hauptstadt Peking wurde die Umsiedlung gesamter Unternehmenskomplexe auf russisches Territorium diskutiert.

In diesem Zusammenhang ergriff Peking die Initiative, nicht zuletzt, da Russland und China wirtschaftlich zu strategischen Partnern herangewachsen sind, und schlug die Verlagerung von Unternehmen aus 12 Schlüsselsektoren der nationalen Wirtschaft vor. Unter das bereits zur Unterfertigung anstehende Abkommen fallen die folgenden Bereiche: Metallurgie, Energietechnik, Maschinenbau, Schiffbau, Chemie-Industrie, Textilindustrie, Zementindustrie, Telekommunikation und Landwirtschaft.

Die Unternehmen würden in Übereinstimmung mit den entsprechenden Umweltvorschriften in Russland errichtet, informierte das Moskauer Ministerium für fernöstliche Angelegenheiten. In der Vergangenheit kritisierten die russische Politik und Umweltaktivisten, dass sich westliche Unternehmen, allen voran Energieunternehmen, die in der Föderation Förderrechte erhielten, nicht an Umweltvorschriften hielten.

Die russische Seite begrüßte die chinesische Initiative. Der Ministeriumsvertreter Rustam Makarow wurde in der offiziellen russischen Erklärung mit den Worten zitiert:

„Wir sind bereit, chinesische Unternehmen zu übernehmen und eine gemeinsame, exportorientierte Produktion auf dem Territorium des Fernen Ostens zu etablieren.“

Russland begann seine Kooperation mit China zu intensivieren, nachdem westliche Staaten unter dem Eindruck des Ukraine-Konflikts entschieden hatten, die russische Wirtschaft Sanktionen zu unterwerfen.

Die tiefgreifenden Ereignisse von 2014, als sich eine pro-westliche Regierung bei den Maidan-Protesten in Kiew an die Macht putschte, ebneten den Weg für eine nach Asien ausgerichtete Neuorientierung Moskaus.

Zuletzt kaufte Ende 2015 der chinesische Konzern Sinopec zehn Prozent der Anteile am russischen Petrochemieunternehmen Sibur auf. Andernorts kaufte ein chinesisches Investoren-Konsortium 13,3 Prozent der Anteile an Gold- und Kupferprojekten des russischen Bergbauunternehmens Norilsk Nickel auf.