Neuer Rüstungsbericht: USA höchstes Militärbudget, Saudi-Arabien verdrängt Russland

Neuer Rüstungsbericht: USA höchstes Militärbudget, Saudi-Arabien verdrängt Russland
Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hat Anfang der Woche seinen jährlichen Rüstungsbericht veröffentlicht und in diesem Zusammenhang festgestellt, dass die weltweiten Ausgaben für Militärgüter signifikant angestiegen sind. Das größte Budget halten die USA, abgeschlagen folgen China und Saudi-Arabien. Die absolutistische Monarchie hat massiv aufgerüstet und lässt sogar Russland hinter sich. Auffällig sind auch die enormen Steigerungen in den Rüstungsetats der osteuropäischen Länder.

Insgesamt, so wurde im Bericht herausgearbeitet, beliefen sich im Jahr 2015 die Gesamtausgaben aller Staaten für Rüstungsgüter weltweit auf 1,676 Billionen US-Dollar. Dies stelle einen Anstieg um ein Prozent dar – nachdem der Trend zuvor über mehrere Jahre in die entgegengesetzte Richtung verlaufen war.

Am Anfang der aktuellen Aufrüstung am Persischen Golf: Soldat der U.S. Army auf einem Humvee-Jeep mit aufmontierten Maschinengeweher, Irak, Rumaila, März 2003.

Der Anstieg wäre vermutlich noch wesentlich höher ausgefallen, hätte nicht der sinkende Ölpreis, der für nicht eingeplante Engpässe in den Etats vieler Länder gesorgt hatte, eine teilweise stark dämpfende Wirkung entfaltet.

Vor allem die stark vom Ölexport abhängigen Länder Venezuela, wo der Militäretat um 64 Prozent gekürzt werden musste, und Angola (minus 42 Prozent) sahen sich unfreiwillig dazu genötigt, bei der Rüstung zu sparen. Auch an der Russischen Föderation ging der Trend nicht spurlos vorüber: Zwar gab Russland 7,5 Prozent mehr für Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Verteidigungsfähigkeit des Landes aus. Ursprünglich hatte man jedoch ein wesentlich höheres Budget ins Auge gefasst. Russland liegt weltweit gesehen mit 66,4 Milliarden US-Dollar auf Platz vier bei den Rüstungsausgaben. Im Vergleich zu 2006 liegen sie jedoch immer noch um 91 Prozent höher.

Auf dem ersten Platz liegen nach wie vor die USA mit 596 Milliarden Dollar, was ein knappes Drittel aller weltweiten Rüstungsausgaben darstellt, aber einen Rückgang von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

China kommt auf einen Rüstungs-Gesamtetat von etwa 215 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Saudi-Arabien mit 87,2 Milliarden US-Dollar. Die bewaffneten Eskalationen im Nahen Osten und die Bedrohung durch den Terrorismus trugen in diesem Fall in bedeutendem Umfang zum Anstieg der Militärausgaben bei.

Signifikant wuchsen jedoch auch die Ausgaben osteuropäischer Länder, deren Politiker die angebliche Bedrohung durch die Russische Föderation gerne als Verkaufsargument für steigende Rüstungsetats heranziehen.

In Polen stiegen die Militärausgaben um 33 Prozent auf 10,5 Milliarden US-Dollar. Rumänien gab um 22 Prozent mehr aus und in diesem Jahr sollen es sogar 53 Prozent sein. Litauen und Lettland hoben ihren Verteidigungsetat um 33 bzw. 14 Prozent an, sogar die Slowakei legte um 17 Prozent zu. Zum Vergleich: Saudi-Arabien erhöhte seinen Etat um 5,7 Prozent, allerdings gemessen an einem bereits hohen Niveau. Die NATO-Länder insgesamt kamen auf einen Gesamtetat von 250 Milliarden US-Dollar, was einem Minus 0,3 Prozent entspricht.

Auf Grund terroristischer Bedrohungen wird im Stockholmer Institut auch erwartet, dass in den westlichen EU-Ländern die Rüstungsausgaben wieder steigen werden. Zuletzt hatten etwa Deutschland, Frankreich und Großbritannien eine Erhöhung ihrer Etats angekündigt.