Militärische Drohnen für Saudi-Arabien aus Israel?

Auf dem Weg nach Sadi-Arabien? Eine israelische Heron-Drohne bei ihrer Präsentation durch die Israel Defense Force.
Auf dem Weg nach Sadi-Arabien? Eine israelische Heron-Drohne bei ihrer Präsentation durch die Israel Defense Force.
Saudi-Arabien kündigte an, dass es in Zusammenarbeit mit Südafrika eine militärische Drohne bauen will. Nach Informationen aus dem absolutistischen Königreich ist dies jedoch nur ein ein Vorwand, um den heimlichen Ankauf von Drohnen aus Israel zu verbergen.

Ein saudischer Analytiker, der sich "Mujtahid" nennt, hat seit den frühen 2000er Jahren immer wieder exklusive Informationen über die Königsfamilie von Saudi-Arabien über Twitter verbreitet. In dieser Woche kommentierte er den offiziellen Bericht des saudischen Verteidigungsministeriums, dass das Königreich angeblich in Zusammenarbeit mit Südafrika eine Fabrik für Drohnen bauen würde.

„Der Bericht zielt darauf ab, die Tatsache zu verbergen, dass Saudi-Arabien beabsichtigt, Drohnen von Israel über Südafrika zu erwerben“, schrieb Mujtahid. "Saudi-Arabien kauft israelische Drohnen über Südafrika. Diese Drohnen sollen in Einzelteilen aus Südafrika nach Saudi-Arabien geliefert werden, wo sie zusammengebaut werden.“

Der anonyme Informant beschuldigt Prinz Mohammad bin Salman, den saudischen Verteidigungsminister, dass er „Israels Interessen dient, indem er Drohnen aus dem jüdischen Staat kauft“. Prinz Mohammad bin Salman ist nach Ansicht vieler Experten der zweitmächtigste Mann in Saudi-Arabien.

Das Golf-Königreich versucht seit Jahren, seine Streitkräfte mit Drohnen auszurüsten. Im Jahr 2010 hatte General Atomics, der wichtigste Hersteller von Drohnen in den USA, aus dessen Haus die Predator-Drohne stammt, angekündigt, dass das Unternehmen Ausfuhrlizenzen für eine Reihe von Ländern im Nahen Osten erworben hatte, darunter auch Saudi-Arabien. Allerdings kam der Export nach Saudi-Arabien bisher nicht zustande.

Noch intakt in diesem Fall - U.S. Air Force MQ-9 Reaper-Drohne beim Abflug vom Militärstützpunkt  Wheeler-Sack, Fort Drum, N.Y. im Februar 2014

Ein ähnliches Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde im Jahr 2015 vom US-Kongress im Jahr 2015 verabschiedet. Weil die Lieferung an Saudi-Arabien in der Schwebe hing, suchte das Land angeblich nach alternativen Anbietern für Drohnen-Technik. Im Jahr 2013 erschienen bereits Berichte, nach denen Saudi-Arabien Aufklärungsdrohnen vom südafrikanischen Waffenhersteller Denel Dynamics kaufen würde.

Im vergangenen Jahr hieß es zudem, dass sowohl die Saudis als auch die Vereinigten Arabischen Emirate aus China bewaffnete Drohnen für ihren Krieg im Jemen angeschafft hätten. Israel ist einer der weltweit führenden Hersteller von Drohnen. Aber ein Verkauf der Technologie nach Saudi-Arabien würde der öffentlichen Meinung in Israel wie auch in arabischen Ländern große Probleme bereiten.

Offiziell sind das wahabitische Extremistenregime und der sich als jüdisch definierende Staat verfeindet. Andererseits besteht schon seit 1979 eine „stille Sicherheitskooperation“ zwischen beiden Ländern, die sich gegen die Sowjetunion und den Iran richtete. In den letzten Jahren gibt es in beiden Ländern Tendenzen, ihre öffentlich inszenierte Rivalität zugunsten einer regionalen Kooperation gegen den Konkurrenten Iran beizulegen. So erschienen immer wieder Berichte, dass Israel und Saudi-Arabien diskutieren, gemeinsam iranische Atomanlagen anzugreifen.