Saudi-Arabien angeblich auch ohne Iran zu Beschränkung der Ölförderung bereit

Saudi-Arabien angeblich auch ohne Iran zu Beschränkung der Ölförderung bereit
Laut Financial Times soll Saudi-Arabien bereit sein, sich mit anderen Staaten abzusprechen, um die Ölförderung auch ohne die Beteiligung des Iran zu begrenzen. „Viele Länder sind mit einer Obergrenze einverstanden, warum also diese von Iran abhängig machen“, fragte ein hochrangiger Vertreter eines OPEC-Landes.

Am 17. April 2016 soll in Doha ein Treffen von Mitglieds- und Nichtmitgliedsländern der OPEC stattfinden, um eine Ölfördergrenze zu besprechen. Der Energieminister von Russland, Alexander Nowak, hat letzte Woche erwähnt, dass bereits 15 Länder, auf die 73 Prozent der weltweiten Ölförderung entfallen, ihre Bereitschaft geäußert haben, die Förderung zu begrenzen.

Im Februar hatten schon Saudi-Arabien, Russland, China und Venezuela eine solche Vereinbarung getroffen. Die Ölförderung soll vorübergehend auf Niveau des Vormonats eingefroren werden. Ein Treffen mit dem iranischen Vertreter brachte jedoch kein Resultat. Iran möchte nach dem Auslaufen der Sanktionen seine Ölförderung zunächst auf das gleiche Niveau anheben wie vor den Sanktionen. Damit sieht das Land eine Möglichkeit, seinen Anteil am Markt zurückzugewinnen.

Vertreter der Golfstaaten, hier besonders Saudi-Arabien, bestanden bisher immer darauf, dass eine Ölfördergrenze nur unter Beteiligung Irans erfolgen kann. Andernfalls würde man Marktanteile an den Konkurrenten verlieren. Doch zweifelt Saudi-Arabien inzwischen an, dass der Iran die Möglichkeiten hat, seine Fördermenge schnell genug im angekündigten Masse anzuheben.

Der iranische Ölminister hat angegeben, dass sein Land bereit ist, innerhalb einer Woche nach der Aufhebung der internationalen Sanktionen seine Tagesproduktion auf um 500.000 Barrel Öl pro Tag zu steigern. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) stieg die Ölförderung im Februar jedoch nur um 220.000 Barrel auf 3,22 Millionen Barrel pro Tag.

Laut Generalsekretär der OPEC, Abdalla Salem el-Badri, kann eine Ölfördergrenze auch ohne Iran Erfolg haben. „Ich hoffe, dass das Resultat des Treffens positiv ausfällt. Iran hatte keine Einwände gegen das Treffen, jedoch einige Bedingungen für die Produktion, und vielleicht werden sie sich in der Zukunft der Gruppe anschließen“, sagte er am Montag auf der Konferenz in Wien.

Im steigenden Ölpreis sieht er einen positiven Trend. Wenn er auch keinen hohen Ölpreis erwartet, so sieht er aber die Möglichkeit, dass sich dieser auf ein „moderates Niveau“ einpendelt. Andere Beobachter zweifeln an der Wirkung einer Förderbegrenzung. Zum einen zeigt sich, dass sich die Ölförderländer nicht einigen können. Hinzu kommt die momentan relativ geringe Nachfrage nach Öl.