Russisch-kubanisches Kraftwerksprojekt nimmt Formen an

Russisch-kubanisches Kraftwerksprojekt nimmt Formen an
Das russische Energieunternehmen Inter RAO hat ein Abkommen mit dem kubanischen Unternehmen Energoimport über den Bau von vier neuen Kraftwerksgeneratoren abgeschlossen. Das Projekt soll Angaben zufolge 1,2 Milliarden Euro schwer sein.

Der russischen Firma zufolge sollen drei Generatoren beim Kraftwerk Este Habana im Bezirk Santa Cruz del Norte errichtet werden. Der vierte Generator soll das Kraftwerk Maximo Gomes in Mariel ergänzen.

Jeder der Generatoren wird dem Konzept zufolge eine Leistungskapazität von jeweils 200 Megawatt aufweisen. Insgesamt käme das kubanisch-russische Energieprojekt somit auf 800 Megawatt im Jahr und soll zwischen 2022 und 2024 umgesetzt werden.

In der Regel wird davon ausgegangen, dass ein Megawatt bis zu 1000 Haushalte versorgen kann. Hochgerechnet würde Russland damit künftig Energie für rund 800.000 Menschen sicherstellen. Kuba hat insgesamt etwa 11 Millionen Einwohner.

Im Rahmen des bereits abgeschlossenen Vertrags wurde vereinbart, dass Inter RAO und andere Vertragspartner keine Steuern und Zölle in Kuba zu zahlen haben. Auch vor Ort aktive Mitarbeiter sollen von der Zahlung der Einkommenssteuer befreit sein.

Das Projekt werde vor allem von russischen Kredithäusern finanziert, heißt es vonseiten des Unternehmens Inter RAO.

Ferner wurde berichtet, Russland selbst würde dem Unternehmen ein Darlehen von 1,2 Milliarden Euro bei einer Verzinsung von 4,5 Prozent in Aussicht stellen. Die Tilgung würde nach Inbetriebnahme der Generatoren beginnen, spätestens im Februar 2025. Das Darlehen müsse binnen zehn Jahren zurückbezahlt werden.

Die Vereinbarung, Kuba mit neuen Energiegeneratoren zu versorgen, wurde bereits im Oktober letzten Jahres von Moskau und Havanna ratifiziert.

Im Juli 2014 unterzeichnete zudem das russische Energieunternehmen RusHydro mit dem kubanischen Staatskonzern Union Electrica eine Absichtserklärung über die Modernisierung und den Bau neuer Wasserkraftwerke in Kuba.