Syrien exportiert Früchte nach Russland

Syrien exportiert Früchte nach Russland
Syrien hat damit begonnen, Früchte und Gemüse nach Russland zu exportieren. Das berichtet die russische Wirtschaftszeitung Kommersant. Die syrischen Exporte sollen türkische Lieferungen sukzessive ersetzen. Die russische Regierung hat die Wirtschaftsbeziehungen mit der Türkei infolge politischer Spannungen zurückgefahren.

Der russische Lebensmittelimporteur Ady-Yurak verhandelt gegenwärtig mit lokalen Produzenten aus der syrischen Lebensmittelindustrie. Darüber informierte der Vorsitzende des Unternehmens, Aslan Panesh, auf Anfrage von Kommersant. „Die schlechte Qualität der Verpackungen ist noch immer ein Problem, was uns gegenwärtig davon abhält, Früchte und Gemüse aus Syrien nach Russland zu importieren“, sagte Panesh.

Adyg-Yurak plant in den nächsten sechs Monaten in Syrien ein modernes Verpackungssystem aufzubauen. „Diese Maßnahme wird es dem Unternehmen erlauben, zwischen 3.000 und 5.000 Tonnen Früchte und Gemüse in der Woche aus Syrien zu importieren“, so der Geschäftsmann aus Russland.

Er betonte, dass sein Unternehmen bereits drei Millionen US-Dollar in Syrien für logistische Unterstützung investiert. Die gesamten Investitionen werden rund 10 Millionen US-Dollar betragen.

Laut Panesh wurden fast 3.000 Tonnen Orangen, Zitronen, Tomaten und Kohl in der vergangenen Woche aus Syrien zum russischen Hafen Noworossijsk verschifft.

Dennoch bleibt es nach Ansicht von Adyg-Yurak auf absehbare Zeit schwierig, syrische Produkte an große russische Einzelhandelsketten abzusetzen. Dies liegt vor allem an der großen Lieferunsicherheit wegen des Bürgerkriegs, glaubt der Direktor des russischen Forschungszentrums Sovecon, Andrej Sizoy. Er sagte:

„Verträge dieser Art basieren auf monatlichen Abmachungen. Ich bin mir nicht sicher, ob das Unternehmen große Einzelhändler davon überzeugen kann, dass diese Vereinbarungen von syrischer Seite eingehalten werden können.“

Die russische Regierung erließ unter anderem ein Lebensmittelembargo gegen die Türkei, nachdem die türkische Luftwaffe einen russischen Bomber im November 2015 im türkisch-syrischen Grenzgebiet abschoss. Der stellvertretende Premierminister der Türkei, Mehmet Simsek, rechnete seinerzeit damit, dass das Embargo die türkischen Wirtschaft rund drei Milliarden US-Dollar im Jahr kosten könnte.