Russland: Vorsichtige Wirtschaftungspolitik trägt Früchte

Russland: Vorsichtige Wirtschaftungspolitik trägt Früchte
Die internationalen Finanzreserven Russlands sind auf 381,1 Milliarden US-Dollar angestiegen. Die Moskauer Zentralbank hält unterdessen an ihrer Politik fest, diese Reserven auszubauen, statt die Mittel als zur Verfügung stehendes Geld in die Stabilisierung des Rubels zu pumpen.

Anders als Saudi-Arabien, das ebenfalls unter dem Ölpreisverfall leidet, und China, das ebenso seine Finanzreserven nutzt, um massiv Bestände seiner eigenen Währung aufzukaufen, gibt die russische Zentralbank kaum zusätzliche Finanzmittel aus, um die Volatilität des Rubels zu stoppen. Diese Vorgehensweise wurde offenbar gewählt, nachdem Russland Ende 2014 mittels einer Geldschwemme von 67 Milliarden US-Dollar vergeblich versucht hatte, dem Kollaps des Rubels entgegenzuwirken.

 Die seither gefahrene Finanzstrategie scheint sich nicht zuletzt durch satte Dividenden der letzten Wochen auszuzahlen, als sich der Rubel ohne weiteres Zutun der Zentralbank erholte. Die russische Währung befindet sich auf ihrem diesjährigen Höchststand von knapp 68 Rubel gegenüber dem US-Dollar, und das bei allmählich steigenden Ölpreisen. Des Weiteren spielt die Entscheidung Moskaus vom Freitag, den Leitzins unverändert bei elf Prozent zu belassen, eine zentrale Rolle für die Stärkung des Rubels.

„Wladimir Putin erkannte die Macht, die Reserven mit sich bringen, in den Jahren 2008-2009, als dank ihres Vorhandenseins Russland die globale Finanzkrise ohne signifikante Verluste überlebte. Mit einer geringen Menge Reserven wäre es hingegen schwierig für Russland, nicht zuletzt aus psychologischen Gründen“, sagte der ehemalige Finanzminister, Alexej Kurdrin, gegenüber Bloomberg.

Seit der russische Präsident Wladimir Putin 2000 die politische Führung Russlands übernahm, hat das Land seine Reserven systematisch von anfänglichen 13 Milliarden US-Dollar aufgestockt und ausländische Schulden abbezahlt. Heute gehört das Land international zu den kleinsten Schuldnerstaaten unter den größeren Volkswirtschaften.

Die internationalen Finanzreserven Russlands setzen sich aus Devisen, Sonderziehungsrechten (SZR) – eine vom Internationalen Währungsfonds (IWF) eingeführte künstliche Währung -, Reservepositionen beim IWF und Währungsgold zusammen.