Grafik des Tages: Russland löst Saudi-Arabien als Erdöl-Hauptversorger Chinas ab

Grafik des Tages: Russland löst Saudi-Arabien als Erdöl-Hauptversorger Chinas ab
Infolge der Sanktionen westlicher Staaten gegen Russland hat sich Moskau dazu entschieden, sich künftig verstärkt auf Ostasien zu fokussieren. Der Erfolg dieser Strategie lässt sich unter anderem an Russlands Erfolgen in der Energiewirtschaft ablesen. Russland löste Saudi-Arabien als Chinas Hauptversorger im Bereich des Erdöls ab.

Russlands Erdöl-Exporte nach China verdoppelten sich seit 2013. Seitdem holte russisches Erdöl Lieferungen aus Saudi-Arabien ein, das lange Zeit der Hauptversorger Chinas in diesem Bereich war. Russland übertraf gegen Ende 2015 ferner die monatliche Lieferrate Riads von über vier Millionen Tonnen Erdöl.

Die Erfolge sind vor allem der 4.900 Kilometer langen Ostsibirisch-Pazifischen-Seepipeline (ESPO) zu verdanken. China holte in diesem Zusammenhang Deutschland, den traditionellen Energiepartner Moskaus, als größten Erdölkunden der Russischen Föderation ein.

Reuters glaubt, dass der russische Exportboom im Zusammenhang mit dem Erscheinen unabhängig agierender Raffinerien in China steht. Diese dürften eine Quote von rund 20 Prozent aller Rohölimporte, also einen Rekordwert von acht Millionen Barrel pro Tag, beisteuern.

Für den Vorsitzenden der größten privaten Raffinerie Chinas, Dongming Petrochemical Group, liegen die Dinge hingegen anders. Li Xiangping sagte gegenüber Reuters, Russland konnte seinen Marktanteil erhöhen, „weil russisches Öl einen guten Mix aus Qualität und Preis bietet“.

Die meisten privaten Erdölraffinerien Chinas sind in der Küstenprovinz Schangdong beheimatet, die wiederum an Pipeline-Systeme mit mittelgroßen Terminals angeschlossen sind. Diese allerdings können die Supertanker, die von den Exporteuren des Nahen Ostens verwendet werden, nicht aufnehmen. Russland hingegen verwendet für seine Lieferungen nach China kleinere Transportschiffe.

Auch wenn Russlands Anteile in Singapur, Japan und Süd-Korea denen Saudi-Arabiens noch hinterherhinken, startete Moskau auch in diesen Staaten eine beachtliche Aufholoffensive, die die saudische Führungsposition langfristig in Frage stellen könnte.

Zwischen 2013 und 2015 verdoppelten sich die russischen Rohölexporte gen Südkorea auf mehr als 200 000 Barrel pro Tag. Exporte nach Japan wuchsen trotz insgesamt fallender Nachfrage auf der Insel um 25 Prozent auf 290 000 Barrel pro Tag an.