Indiens staatliche Energieversorger intensivieren ihre Kooperation mit Rosneft

Indiens staatliche Energieversorger intensivieren ihre Kooperation mit Rosneft
Indien hat sich an einem großen Erdölprojekt des größten Erdölproduzenten Russlands, Rosneft, in Sibirien mit fast 50 Prozent der Anteile beteiligt. Dies geht aus einer Stellungnahme des russischen Unternehmens am Mittwoch hervor. Im Gegenzug steigt Russland als Erdölexporteur in Indien ein.

Im Rahmen des Abkommens wird Indiens staatlicher Erdöl- und Erdgas-Versorger gemeinsam mit Oil India seinen Anteil an Rosnefts Vankor-Projekt auf 26 Prozent erhöhen. Die Energieunternehmen Bharat Petroresources und Indian Oil beteiligen sich mit 23,9 Prozent.

Rosneft legte den Wert des Abkommens bislang nicht offen. Das russische Unternehmen gab jedoch an, dass es 50,1 Prozent als Mehrheitsgesellschafter im Vankor-Projekt behalten werde. Die beteiligten Akteure aus Russland und Indien planen, den Deal bis Ende Juni dieses Jahres zum Abschluss zu bringen, erklärte Rosneft.

Der viertgrößte Erdölkonsument der Welt, Indien, verfolgt seit geraumer Zeit die Politik, ausländische Energiewerte zu erwerben, um seinen Bürgern und Unternehmen langfristige Energiesicherheit während der gegenwärtigen Phase extremer Ölpreisvolatilität bereitstellen zu können.

Im Dezember 2015 unterzeichnete der indische Premierminister Narendra Modi bei seinem Besuch in Moskau einen Vorvertrag für die Übernahme der russischen Anteile im sibirischen Erdölprojekt.

In diesem Zusammenhang verkündete Rosneft, dass es die Übernahme von Anteilen an Indiens Unternehmen Essar Oil ins Auge fasse. Ein Abkommen könnte ebenfalls im Juni abgeschlossen werden. Über diese Investition hinaus plant Rosneft, noch in diesem Jahr erste Erdöllieferungen gen Indien zu realisieren.

„Indische Unternehmen erhalten Zugang zu Projekten der Ölproduktion in Russland und Rosneft erhält die Möglichkeit, auf dem indischen Markt einzusteigen“, sagte Rosneft-Vorsitzender Igor Setschin bei einer Pressekonferenz in Neu-Delhi. Er fügte hinzu, die Abkommen stellten die Grundlage für eine zuverlässige Energiebrücke zwischen beiden Staaten dar.

Im Zuge der Ukraine-Krise und gewachsenen Spannungen mit dem Westen auf Grund der Verhängung zahlreicher anti-russischer Sanktionspakete orientiert sich nicht zuletzt Rosnef auf der Suche nach Investitionen auf den Märkten Asiens neu. Die russische Wirtschaft scheint mit dieser Strategie europäische Schlüsselmärkte beispielsweise mit jenen Indiens und Chinas zu substituieren.