Kiel: Freiwillige Feuerwehr rettet Mossad aus Geheimdienstsumpf

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu taucht in Tel Aviv aus der Rahav auf. Ohne die Freiwillige Feuerwehr in Quarnbek wäre es nicht soweit gekommen, Tel Aviv, 12. Januar 2016.
Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu taucht in Tel Aviv aus der Rahav auf. Ohne die Freiwillige Feuerwehr in Quarnbek wäre es nicht soweit gekommen, Tel Aviv, 12. Januar 2016.
Vor wenigen Wochen nahm die israelische Marine ein neues Dolphin-2-Unterseeboot in Betrieb und taufte es auf den Namen Rahav, den Gott der Meere. Bereits bei der Überführung des Schiffes kam es zu einem ernsten Zwischenfall: Zwei bewaffnete Mitarbeiter des angeblich gefährlichsten Geheimdienstes der Welt versanken im norddeutschen Sumpf. Bauern und Freiwillige Feuerwehr retteten die Ehre der Agenten im Auftrag Israels. Die betroffene Gemeinde fordert nun vom Mossad die Zahlung der Unkosten.

Aus dem Norden Deutschlands bezieht Israel eine wertvolle Ware. Seit Jahren stellen norddeutsche Werften für das kleine Land am Mittelmeer U-Boote her. Bereits unter der rot-grünen Regierung beschloss der Bundessicherheitsrat im Jahr 2005, dass drei moderne U-Boote mit Brennstoffzellenantrieb an das Land ohne Friedenszustand geliefert werden. Die Regierung Angela Merkel genehmigte weitere Schiffe. Insgesamt wurden nun sechs U-Boote geliefert.

Quelle:shlomiliss/CC BY 3.0

Das besondere an den High-Tech-Fahrzeugen: Die israelischen U-Boote aus deutscher Fertigung werden mit Atomraketen bewaffnet. Die Steuerzahler in Deutschland unterstützen das mit erheblichen Summen. Alleine für das sechste Boot, die Rahav, übernahm die Bundesregierung mit 135 Millionen Euro ein Drittel der Kosten. Gleichzeitig wurde der israelische Anteil bis zum Jahr 2015 gestundet.

Der damalige israelische Verteidigungsminister Ehud Barak freute sich und erklärte dem Magazin Der Spiegel:

„Die Deutschen können stolz darauf sein, die Existenz des Staates Israel für viele Jahre gesichert zu haben.“

So ganz scheint die israelische Regierung dem Frieden in Deutschland jedoch nicht zu trauen. Wie der NDR am Wochenende berichtete, kam es bei der Überführung des letzten U-Bootes, der Rahav, im Dezember zu einem folgenschweren Zwischenfall. Ein bewaffnetes Begleitkommando wollte die Überführung des Bootes auf dem Nord-Ostsee-Kanal absichern.

In der Gemeinde Quarnbek, direkt am Kanal gelegen, ignorierten die mutmaßlichen Mossad-Agenten kraft ihres Amtes ein Schild mit der Aufschrift „Betreten verboten“, um direkt an den Kanal zu gelangen. Leider blieb ihr Fahrzeug jedoch im Schlamm stecken. Eine ältere Dame aus dem Ort stellte die Geheimen. Ihre wenig professionelle Ausrede:

„Wir sind hier, um das Gelände zu erkunden. Im Sommer soll hier ein Segelwettbewerb stattfinden.“

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Das kam der aktiven Bürgerin „spanisch“ vor. Wenig später rückte die Polizei aus. Im Bericht heißt es:

„Auf Frage erklärten beide sofort auf Englisch, dass sie den Status von israelischen Diplomaten hätten und beide Waffen führten. Entsprechende Pässe und Erlaubnisse wurden vorgelegt.“

Der Bürgermeister von Quarnbek, Klaus Langer, will die Angelegenheit jedoch nicht auf sich beruhen lassen:

„Die Anwohner fragen sich natürlich, wie es sein kann, dass hier junge Männer offenbar im Rahmen geheimdienstlicher Tätigkeit mit Feuerwaffen rumlaufen dürfen.“

Die Strategie der Gemeinde besteht nun darin, die Kosten für die ungeliebten Gäste in die Höhe zu treiben.

Immerhin mussten Anwohner helfen, den Wagen aus dem norddeutschen Morast zu befreien. Dabei kamen die Freiwillige Feuerwehr und ein Traktor zu Einsatz. Die Polizei hielt fest:

„Der Mossad bedankte sich mit einem feuchten Händedruck und setzte seinen Weg fort.“

Die Gemeinde stellt den verunglückten Agenten nun jedoch den Einsatz von Feuerwehr und Traktor in Rechnung. Eine Zahlungsaufforderung 1.263,01 Euro schickte Bürgermeister Klaus Langer an die israelische Botschaft in Berlin. Laut NDR ist die Rechnung noch nicht bezahlt.

Macht 135.001.263 Euro und ein Cent für Rahav, den Gott der Meere.