Gazprom verhandelt über Gaslieferungen nach Südeuropa

Der griechische Präsident Alexis Tsipras im Gespräch mit Gazprom-Chef Alexei Miller in Athen, April 2015.
Der griechische Präsident Alexis Tsipras im Gespräch mit Gazprom-Chef Alexei Miller in Athen, April 2015.
Griechenlands Präsident Alexis Tsipras und die italienische Wirtschaftsministerin Federica Guidi unterzeichneten am Mittwoch eine Vereinbarung mit Gazprom, die südliche Pipelineverbindung für Erdgas in die EU zu stärken.

Die russische Firma Gazprom verhandelt mit Edison aus Italien und dem griechischen Unternehmen DEPA.SA über die Lieferung von russischem Gas nach Europa. Dabei geht es um eine Route durch das Schwarze Meer. Es soll über Drittländer bis nach Griechenland und dann weiter nach Italien transportiert werden.

LNG-Tankschiff in einem asiatischen Hafen

Am Dienstag hatte sich der Vorstandsvorsitzende von Gazprom, Alexei Miller, mit der Wirtschaftsministerin Italiens, Federica Guidi, getroffen. Gemeinsam mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras unterzeichneten sie am Mittwoch eine Vereinbarung über den Bau der Pipeline.

Laut dem Generalsekretär des griechischen Außenministeriums für internationale Wirtschaftsbeziehungen wird mit diesem Projekt eine alternative Route für Gaslieferungen entstehen und die Rolle Griechenlands als Transitland gestärkt. Dabei soll die schon im Rahmen des südlichen Gaskorridors bestehende Verbindungsleitung Türkei-Griechenland-Italien (ITGI) genutzt werden.

Während der erste Teil der Leitung schon in Betrieb ist, befindet sich die Poseidon-Pipeline, welche Griechenland mit Italien verbinden soll, noch in Planung. Gazprom könnte dann über die Turkish Stream oder die South Stream Gas nach Europa liefern.

Zwar wurde das Projekt Southstream zwischenzeitlich von Russland ausgesetzt. Der Grund dafür war nach Angaben von Präsident Putin der Widerstand innerhalb der EU. Der Bau der Turkish-Stream hingegen wurde weiterverfolgt.