Krisenstimmung am deutschen Aktienmarkt: Dax bricht am Donnerstag erneut ein

Kurstafel des Dax in Franfurt
Kurstafel des Dax in Franfurt
Für den deutschen Aktienindex Dax stehen die Zeichen auf Crash, manche Beobachter sehen diesen bereits im vollen Gange, seitdem am Montag die Marke von 9.000 Punkten unterschritten wurde. Am Donnerstag notiert der deutsche Leitindex nach leichter Erholung abermals 2,4 Prozent im Minus. Erste Anleger flüchten offenbar bereits ins Gold. Die Folge: Der Kurs des Edelmetalls steigt.

Während am Montag noch hart um die Marke von 9.000 Punkten gerungen wurde, ist diese für den Aktienindex Dax, der die 30 umsatzstärksten deutschen Unternehmen zusammenfasst, schon heute weit entfernt. Bis auf 8.699 Zähler rauschte der Index am Donnerstagmittag in die Tiefe. Tiefrot sind so auch die Kurse der führenden deutschen Unternehmen. Besonders hart trifft es die Banken. 5 bis 8 Prozent Verlust heißt es für die Wertpapiere von Deutsche Bank und Commerzbank. Auch der Ölpreis bricht erneut um 2,9 Prozent auf 26,6 Dollar pro Fass ein. Vor dem Platzen der Subprime-Blase in den USA und dem Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers notierte das Barrel Öl im Jahr 2008 noch bei 160 Dollar. Was für den Endverbraucher ein willkommener Preisrückgang zu sein scheint, kann jedoch ganze Volkswirtschaften und damit die eng verflochtene globale Ökonomie aus dem Gleichgewicht bringen.

Die immer neuen Tiefststände entfalten indes vor allem auch psychologisch negative Folgewirkungen. Zeigt der Trend dauerhaft nach unten, können sich Angst und Unsicherheit breit machen, die an den Finanzmärkten schnell zu einem unkontrollierten Herdenverhalten führen können - in diesem Fall dann in Richtung Abverkauf.

Natürlich mangelt es nicht an Analysten, die konkrete tagesaktuelle Begründungen für die neuen Tiefststände an der Börse anbringen. Mal ist es die Geldpolitik der US-Notenbank FED, mal die Indikatoren der weltwirtschaftlichen Lage.

Wer vor einer Woche seine Investments in Gold umgeschichtet hat, kann sich hingegen heute über ein Plus von drei Prozent freuen. Das Edelmetall gilt traditionell als krisensichere Anlage in ansonsten turbulenten Zeiten.