Russland will Junkfood und Softdrinks stärker besteuern

Einheimische wie ausländische Softdrinks werden wohl bald teuerer. Produktionsanlage von Coca-Cola in Moskau
Einheimische wie ausländische Softdrinks werden wohl bald teuerer. Produktionsanlage von Coca-Cola in Moskau
Die russische Regierung prüft die Möglichkeit, Palmöl, Softdrinks und Kartoffelchips in die Liste der verbrauchsteuerpflichtigen Güter einzutragen. Unterstützt durch das Landwirtschaftsministeriums Russlands, ist dieser Schritt Teil eines Plans, der darauf ausgerichtet ist, der Bevölkerung eine gesündere Ernährung zu vermitteln und Steuereinnahmen auszubauen. 60 Prozent der russischen Frauen und 50 Prozent der Männer gelten als fettleibig.

Quelle: Dominik Bartsch/CC BY 2.0

“Solche Maßnahmen werden durch die Weltgesundheitsorganisation empfohlen als Mittel gegen übermäßigen Zuckerkonsum und begleitende Krankheiten.“

So der Pressesprecher des russischen Agrarministeriums gegenüber Pressevertretern.

Auch weitere Lebensmittel mit hohem Fett- oder Zuckeranteil sollen in die Liste aufgenommen werden.

Palmöl ist der erste Stoff, der darin eingetragen und mit 200 Dollar pro Tonne besteuert werden wird. Laut aktuellen Forschungsergebnissen, ruft Palmöl höhere Risiken für Herz- und Gefäßerkrankungen hervor. Es steht zudem im Verdacht, Cholesterinwerte im Blut zu erhöhen und Herzkrankheit verursachen.

Palmöl wird zumeist in Milchprodukten und Süßwaren eingesetzt. Von Januar bis Februar 2015 nahmen die Palmöllieferungen nach Russland um 31.7 Prozent auf insgesamt 614.000 Tonnen zu.

Nach Einschätzungen des Nationalen Ernährungsforschungsinstitutes gelten 60 Prozent der russischen Frauen und 50 Prozent der Männer als fettleibig. In den letzten zehn Jahren nahm der Anteil der Überwichtigen kontinuierlich zu.

Gegen die Pläne der russischen Regierung haben bereits die Softdrink-Produzenten Protest geäußert. Der Regierungsvorschlag sei unzulässig, so der Chef der Handelsgemeinschaft der Softdrink-Hersteller Dmitri Petrow und warnte, dass die neue Steuer die Produzenten stark treffen und zum Abbau von Arbeitsplätzen führen wird.

comments powered by HyperComments