Grafik des Tages: Aktuelle wirtschaftliche Entwicklung in Russland

Grafik des Tages: Aktuelle wirtschaftliche Entwicklung in Russland
Russlands Präsident Wladimir Putin trifft sich heute mit den Leitern verschiedener Ministerien, um die Situation in der russischen Wirtschaft zu diskutieren. Bei dem öffentlichen Gespräch werden die Minister aus den Bereichen Finanzen, Industrie und Handel anwesend sein, sowie die Leiterin der Zentralbank, Elvira Nabiullina. Von dem Gespräch werden Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise erwartet. RT Deutsch fasst die aktuellen Wirtschaftsdaten in einer Grafik zusammen.

Die russische Regierung kündigte vor dem Treffen an, dass die Haushaltsausgaben um 10 Prozent gekürzt werden sollen. Da die Ressorts Soziale Sicherheit, Verteidigung und Innere Sicherheit von den Kürzungsvorgaben ausgenommen sind, wird es schwer sein, diesen massiven Kürzungsposten umzusetzen.

Investoren und Finanzspekulanten suchen natürlich nach Anzeichen, welche Wirtschaftsbereiche besonders vom sinkenden Ölpreis betroffen sein werden. Schon im letzten Jahr wollte die Regierung weitgehende Kürzungen vornehmen. Dieses Projekt endete mit einer Erhöhung der Staatsausgaben.

Passanten vor Tafeln mit aktuellen Wechselkursen für den Euro und den US-Dollar in Moscau am 14. Januar 2016.

Obwohl die Russische Föderation den Preis für ihr wichtigstes Exportgut, das Erdöl, weiter senkt, bleiben die Einnahmen bisher unter dem für einen positiven Haushaltsausgleich nötigen Niveau. Die Richtmarke dafür ist Urals-Öl (kurz: Urals), Russlands wichtigste Rohölsorte, die als Referenz („Benchmark“) für den Ölhandel und den Export dient. Hinzu kommt eine prognostizierte Inflation von 6,4 Prozent.

Sogar eine Ausgabensperre für den gesamten Staatsapparat würde zu erheblichen realen Kürzungen führen. „Die Worte der Regierung zur Haushaltspolitik sind sehr, sehr tough, aber wir sehen das nicht durch Zahlen bestätigt“, beschwert sich etwa Natalia Orlova, Ökonomin bei der Alfa Bank.

Wladimir Putin wird die Sozialausgaben, etwa für Renten, auf keinen Fall kürzen. Zudem hat er erklärt, dass die Bereiche Verteidigung und Nationale Sicherheit von den Maßnahmen ausgenommen sind.

Laut Angaben von Finanzminister Anton Siluanov liegen bisher nur Kürzungen in Höhe von 500 Milliarden Rubel (6,4 Milliarden US-Dollar) vor. Das entspricht nur 3 Prozent des diesjährigen Haushaltes. Es gibt sogar Stimmen in der Regierung, die von Erhöhungen an anderen Stellen sprechen.