Russland reduziert signifikant Auslandsverschuldung und Kapitalflucht

Russland reduziert signifikant Auslandsverschuldung und Kapitalflucht
Die Nettokapitalabflüsse aus der russischen Wirtschaft im Jahr 2015 sind im Vorjahresvergleich auf ein Drittel gesunken. Seit 2014 ist die Auslandsverschuldung der Russischen Föderation überdies um 30 Prozent kleiner geworden. Der Wert fiel von 729 auf 522 Milliarden US-Dollar. Diese an sich positive Entwicklung hat aber einen Preis.

Nachdem sich 2014 der Umfang der Kapitalflucht noch auf rund 153 Milliarden US-Dollar summierte, belief sich dieser Wert 2015 nur noch auf 56,9 Milliarden US-Dollar. Dies bestätigte die russische Zentralbank in einem kürzlich veröffentlichten Bericht:

Passanten vor Tafeln mit aktuellen Wechselkursen für den Euro und den US-Dollar in Moscau am 14. Januar 2016.

„Im Gegensatz zu den Vorjahren war der Hauptgrund der Nettokapitalabflüsse 2015 die Tilgung der privaten Auslandsverschuldung. Insbesondere der Bankensektor reduzierte seine Auslandsverbindlichkeiten. Das wurde primär durch den Verkauf von ausländischen Vermögenswerten und Leistungsbilanztransaktionen realisiert."

„Andere Sektoren, die erheblichen externen Finanzierungsbedingungen ausgesetzt sind, mussten ebenfalls ihre Auslandsverbindlichkeiten einlösen, während sie damit praktisch nicht mehr in der Lage waren, zusätzlich noch ausländische Vermögenswerte zu akkumulieren mit Ausnahme einiger Direktinvestitionen”, fügte die staatliche Finanzinstitution hinzu.

Die russische Zentralbank berichtete zudem, dass der Kapitalzufluss im dritten Quartal 2015 rund 3,5 Milliarden US-Dollar betragen habe.

Für das vierte Quartal des vergangenen Jahres schätzt Moskau den Kapitalzufluss auf 5,3 Milliarden US-Dollar, während der Kapitalabfluss im gleichen Zeitraum 9,2 Milliarden US-Dollar umfasste.

Letztes Jahr noch bei der

Igor Dimitriew, Direktor der Abteilung für Geldpolitik der russischen Zentralbank, prognostizierte vergangene Woche, dass sich der Kapitalabfluss zum Vorjahr dieses Jahr kaum verändern werde. Er werde sich "um die 60 Milliarden US-Dollar" bewegen.

Im November 2015 bemerkte die russische Zentralbank-Chefin Elvira Nabiullina positiv, dass sich die russische Auslandsverschuldung seit 2014 um 30 Prozent verringert habe. Diese fiel von 729 auf 522 Milliarden US-Dollar.

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