US-Behörden wollen VW endgültig erledigen: Klage in Milliardenhöhe eingereicht

Logo von Volkswagen an der VW-Fabrik in Wolfsburg. "We need transparancy, openess, energy and courage."
Logo von Volkswagen an der VW-Fabrik in Wolfsburg. "We need transparancy, openess, energy and courage."
Das amerikanische Justizministerium will den deutschen Autohersteller für illegale Steuerungssoftware bei Emissionen in Tausenden von Dieselfahrzeugen verklagen. Möglicherweise belaufen sich die Kosten auf 90 Milliarden US-Dollar.

Die Vereinigten Staaten verklagen Volkswagen wegen der Verletzung von Umweltgesetzen durch die Installation von illegaler Software in Tausenden von Dieselfahrzeugen sowie wegen Betrugs bei Emissionsprüfungen. Im Namen der Umweltschutzbehörde reichte das Ministerium am Montag eine Zivilklage gegen den deutschen Autohersteller sowie gegen Porsche und Audi ein. Beide sind Teil des Volkswagen-Konzerns.

Ein Beamter des Justizministeriums erklärte der Nachrichtenagentur Reuters am Montag, die Klage könne Volkswagen „Milliarden von Dollar“ kosten. Der Autohersteller hat bereits Milliarden von Euro beiseite gelegt, um die Folgen des Skandals finanziell zu überstehen. Gleichzeitig brachen die Absätze auf dem US-Markt im zweiten Halbjahr 2015 dramatisch ein.

Quelle: Bertel Schmitt/CC BY-SA 3.0

Die Strafen belaufen sich laut Klageschrift auf 32.500 bis 37.500 US-Dollar für jedes einzelne in den USA verkaufte Fahrzeug. Da VW von etwa 600.000 verkauften Dieselfahrzeugen in den USA ausgeht, die von der Abgasmanipulation betroffen sind, könnte dieses Abenteuer am Ende 90 Milliarden US-Dollar kosten.

In der in Detroit eingereichten Klage argumentiert das Justizministerium, Volkswagen verletze das Gesetz gegen Luftverschmutzung, den Clean Air Act, indem das Unternehmen fast 600.000 Fahrzeuge mit Dieselmotor in den USA verkauft hat. Die betreffenden Autos waren mit Geräten ausgestattet, die amerikanische Bestimmungen zur Begrenzung von Emissionen absichtlich umgehen. Dies habe zu einer schädlichen Verunreinigung der Luft geführt.

John Cruden, Leiter der Abteilung für Umwelt und natürliche Ressourcen im Justizministerium, kündigte an, die USA würden „alle geeigneten Mittel gegen Volkswagen“ ergreifen, um die Verletzung der amerikanischen Umweltgesetze zu verfolgen:

„Fahrzeughersteller, die darauf verzichten, ihre Autos und deren Kontrollsysteme für Emissionen ordnungsgemäß zu zertifizieren, schädigen das Vertrauen der Öffentlichkeit, sie gefährden die öffentliche Gesundheit und sorgen für einen Nachteil der Wettbewerber.“

Quelle: Mixabest/CC BY-SA 3.0

In der eingereichten Klage argumentiert das Justizministerium, die beanstandete Software sei in der Lage, zu erkennen, wann ein bestimmtes Fahrzeug auf die Einhaltung der EPA-Emissionsstandards getestet wurde. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Autos nur in dieser Testphase akzeptable Emissionswerte ausstießen. Im Straßengebrauch lag der Ausstoß hingegen bei bis zu 40 mal mehr Stickstoffdioxid als erlaubt.

Veröffentlicht wurde der Betrug im September letzten Jahres. Die Regulierungsbehörden hatten festgestellt, dass der deutsche Autohersteller bereits ab 2009 in Tausenden seiner „Clean Diesel“-Fahrzeuge illegale Software installierte, um von den EPA-Normen abweichende Ergebnisse zu manipulieren.

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