Russland liberalisiert Ölmarkt: Internationale Unternehmen sollen Zugang erhalten

Blick auf Russlands erste Pipeline nach Asien in der Nähe von Nerungri in Ostsibirien im  Juli 2007
Blick auf Russlands erste Pipeline nach Asien in der Nähe von Nerungri in Ostsibirien im Juli 2007
In Russland zeichnet sich eine Öffnung des internen Marktes für Erdöl ab. Demnach soll es künftig auch internationalen Ölunternehmen erlaubt sein, im Land tätig zu werden. Verantwortliche sehen einen Zusammenhang mit veränderten Kennziffern bei Exporten.

Internationale Ölunternehmen erhalten im kommenden Jahr einen erweiterten Zugang zum russischen Markt. Dies sagte der stellvertretende Leiter der Föderalen Antimonopolkommission Russlands, Anatoly Golomolzin, am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Tass. "Wir erwarten, dass diese Maßnahme im Jahr 2016 greift", so Golomolzin. Die Entscheidung, ausländischen Teilnehmern einen vereinfachten Zugang zum russischen Energiemarkt zu erlauben, steht im Zusammenhang mit einer Überprüfung der Veträge für Ölexporte.

Die Bank von Russland hatte zuvor empfohlen, auch internationale Händler an den lokalen Ölmärkten zu beteiligen. Das bisherige Arbeitsrecht sieht eine solche direkte Beteiligung ausländischer juristischer Personen im russischen Handel nicht vor. Verschiedene Institutionen wie das Energieministerium, die Zentralbank und das Finanzministerium arbeiten seit zwei Jahren daran, neue Standards für den Handel mit Energie zu entwickeln.

Nach aktuellen Schätzungen könnten russische Ölunternehmen dadurch Mehreinnahmen von etwa einem US-Dollar pro Barrel erreichen, so die Schätzung der Börse von St. Petersburg. In der Anfangsphase sollen die Geschäfte in Dollar verrechnet werden. Später können auch der russische Rubel, der Euro und der chinesische Yuan verwendet werden.

Im November hatte der Finanzminister der Russischen Förderation, Anton Siluanow, die von westlichen Sanktionen verursachten Schäden sowie die Folgen des niedrigen Ölpreises auf rund 140 Milliarden US-Dollar beziffert. Das entspricht ungefähr 6,7 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes, gemessen am russischen Bruttoinlandsprodukt des Jahres 2013. Allein der Schaden durch die westlichen Strafmaßnahmen liege bei 40 Milliarden Dollar, so Anton Siluanow. Seiner Ansicht nach hätten die Sanktionen zwar wesentliche Folgen, jedoch sei der niedrige Ölpreis sehr viel kritischer für den Haushalt.