Syrien kompensiert türkische Exportausfälle und entsendet 700.000 Tonnen Zitrusfrüchte nach Russland

Syrien kompensiert türkische Exportausfälle und entsendet 700.000 Tonnen Zitrusfrüchte nach Russland
Damaskus ist bereit, mehr als 700.000 Tonnen Zitrusfrüchte nach Russland zu exportieren, um „die Lücke zu füllen“, die infolge des russischen Lebensmittelembargos auf türkische Exporte entstanden ist. Zuvor hatte bereits Ägypten erklärt, dass es sanktionierte türkische Güter auf dem russischen Markt ersetzen wolle.

„Wir bereiten rund 700.000 Tonnen Zitrusfrüchte, meist Orangen, für die Verschiffung auf den russischen Markt vor“, sagte Faris Chehabi, Vorsitzender der syrischen Industrie- und Handelskammer. Er fügte hinzu, dass die erste Sendung bereits auf dem Weg nach Russland sei und dass andere syrische Waren wie Textilien auch mitgeliefert würden.

Moskaus verhängtes Embargo über türkische Waren könnte syrischen Produzenten dabei helfen, in den russischen Markt erfolgreich einzusteigen, erklärte der Vorsitzende der Industriekammer von Damaskus, Samir Debes. Er bemerkte, dass schon bald syrische Geschäftsleute nach Moskau reisen wollen, um „die Chancen auf eine Zusammenarbeit nach der Sanktionierung Ankaras zu prüfen“.

Zwischenzeitlich hat ebenfalls Ägypten signalisiert, dass es ausfallende türkische Güter in Russland ersetzen wolle. Deshalb bat Kairo die russischen Behörden, eine Liste von verbannten türkischen Produkten zu entsenden, um entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.

Am 1. Dezember unterzeichnete die russische Regierung ein Dekret, das künftig die Einfuhr von türkischen Lebensmitteln und Charterflügen zwischen beiden Ländern unterbindet. Zuvor am 24. November schoss die türkische Luftwaffe im türkisch-syrischen Grenzgebiet einen russischen Bomber vom Typ Su-24 ab. Moskau bewertete diesen Zwischenfall als flagranten Angriff und Brüskierung durch Ankara.



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