Energie-Blockade und Abhängigkeit von Ukraine beendet: Krim an russisches Stromnetz angeschlossen

Stromtrasse auf der Krim
Stromtrasse auf der Krim
Die Krim wird wieder mit Strom versorgt. Das russische Festland hat begonnen Elektrizität auf die Halbinsel zu liefern, nachdem am vorvergangenen Wochenende Anschläge auf ukrainische Strommasten zu einem kompletten Stromausfall führten. Künftig werden mehere russische Starkstromkabel die Krim versorgen.

Die Energie-Brücke liefert pro Tag 200 Megawatt an Strom und führt von der Krasnodar-Region auf dem russischen Festland über die Straße von Kertsch auf die Krim. Am gestrigen Donnerstag wurde sie in Betrieb genommen. Weitere 200 Megawatt pro Tag sollen geliefert werden, sobald ein zweites Kabel am 20. Dezember 2015 fertig gestellt worden ist.

Gesprengter Strommast. Quelle: msk.kp.ru

Knapp zwei Wochen herrschte auf der russischen Halbinsel nun der Strom-Notstand, nachdem die mutwillige Sprengung von Strommasten, die aus der Ukraine auf die Krim führen zu einem Zusammenbruch der bisherigen Energieversorgung führte.

Doch die Lösung über die neue Energie-Brücke wird auch langfristig die Versorgungssicherheit auf der Halbinsel stärken. 80 bis 90 Prozent des Gesamtbedarfs an Energie der Krim können so geliefert werden, sagte der russische Energieminister Aleksandr Novak. Für Mai 2016 ist eine weitere Verdoppelung der Lieferkapazität geplant.

Bis dahin ist es die Sache der Behörden auf der Krim zu entscheiden, wie die ersten 200 Megawatt an die Endverbraucher verteilt werden. Es wird davon ausgegangen, dass zunächst die im östlichen Teil der Krim gelegenen Städte Kertsch und Feodosia sowie 180 kleinere Siedlungen von den russischen Stromlieferungen profitieren.

Nachdem radikalisierte Krimtataren und Neonazis vom ukrainischen "Rechten Sektor" in der Nacht zum 21. November 2015 mehrere Strommasten gesprengt hatten, saßen 1,7 Millionen Menschen zunächst im Dunkeln. Betroffen von dem Totalausfall waren auch Schulen, Kindergärten und die grundlegende Infrastruktur, wie etwa die Wasserversorgung. Mit Generatoren konnte zumindest der Betrieb der Krankenhäuser und anderer lebenswichtiger Einrichtungen aufrecht erhalten werden.

Mit Einsparmaßnahmen, der Rationierung des verbliebenen Stroms und dem Aufbau alternativer Energiequellen und Generatoren konnte schlimmeres verhindert werden.

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