Russland bringt weitere Sanktionen gegen türkischen Tourismus- und Agrarsektor auf den Weg

Russland bringt weitere Sanktionen gegen türkischen Tourismus- und Agrarsektor auf den Weg
Der russische Premierminister Dimitri Medwedew hat ein Dekret zum Verbot von Lebensmittelimporten aus der Türkei und von Charterflügen zwischen beiden Staaten unterzeichnet. Damit reagiert Russland auf den Abschuss eines russischen Su-24 Bombers an der türkisch-syrischen Grenze durch die Luftwaffe der Türkei vor einer Woche.

Die Liste der Lebensmittel, die unter das neue Embargo fallen, umfasst Geflügel, Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Orangen, Trauben, Äpfel sowie weitere Früchte- und Gemüsesorten.

Mit dem Verbot von Charterflügen wolle die russische Regierung eigenen Angaben zufolge den Flugverkehr zwischen Russland und der Türkei besser kontrollieren.

„Der Verbot […] dient dazu, die Sicherheit der Luftfahrt bei der Durchführung von regelmäßigen Flügen mit der Türkischen Republik zu gewährleisten“, so die Argumentation der russischen Regierung. 

Zudem wird russischen Arbeitgebern ab dem nächsten Jahr verboten, türkische Staatsbürger neu einzustellen – solange diese nicht bereits angestellt sind. Russland hat zudem die Visafreiheit für türkische Bürger, welche 2010 eingeführt wurde, wieder aufgehoben.

Der Kreml sagte auch, dass es die Arbeit der gemeinsamen Russisch-Türkischen Kommission für Handels- und Wirtschaftskooperation einstellen wolle.

Wie bereits erwartet, umfassen die Sanktionen jedoch bisher keine bedeutenden Großprojekte wie die Implementierung einer russisch-türkischen Erdgaspipeline oder den geplanten Bau eines Atomkraftwerkes in der türkischen Stadt Akkuyu.

Russland ist der drittgrößte Handelspartner der Türkei. Die Türkei ist wiederum der fünftgrößte Handelspartner Russlands.

Der türkische Tourismussektor ist maßgeblich von russischen Besuchern abhängig. Zehn Prozent aller Touristen, die in die Türkei reisen, kommen aus der Russischen Föderation. Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres reisten 3,3 Millionen russische Touristen in die Türkei.

Der Föderation der türkischen Hoteliers, TUROFED, zufolge könnte die Türkei Einnahmen in Höhe von bis zu 4,5 Milliarden US-Dollar durch das russische Touristen-Aus verlieren.

 

 

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