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Ölproduzenten im Nahen Osten stehen infolge der Corona-Krise vor Pleitewelle

Ölproduzenten im Nahen Osten stehen infolge der Corona-Krise vor Pleitewelle
Eine Ölraffinerie und ein Ölterminal von Saudi Aramco in Saudi-Arabien
Die COVID-19-Pandemie droht eine Pleitewelle in der Öl- und Gasindustrie im Nahen Osten zu verursachen. Um die Krise zu bewältigen, überschulden sich die Ölproduzenten in den Golfstaaten.

Die Golfstaaten leiden unter der Wirtschaftskrise derzeit stärker als andere Länder, weil der eingebrochene Ölpreis ihnen die Lebensgrundlage raubt. Die Ölproduzenten in den arabischen Golfstaaten verlieren in diesem Jahr Milliarden von US-Dollar aufgrund der Pandemie, weil die Ölnachfrage stark gesunken ist. Den Öl produzierenden Ländern im Persischen Golf drohen Kreditausfälle und gar Insolvenzen. Da das Staatseinkommen in den Golfstaaten im Grunde vom Ölverkauf abhängig ist, stiegen die Haushaltsdefizite in der gesamten Region in diesem Jahr drastisch. 

Die Ölexporteure im Nahen Osten beeilten nicht zuletzt deswegen, die Steuern zu erhöhen und zugleich ihre Ausgaben zu senken, aber diese Maßnahmen reichten nicht aus, um den Schaden einzudämmen. Die Ölproduzenten im Persischen Golf gaben bislang Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von über 100 Milliarden US-Dollar heraus, was im Grunde das Rekordergebnis der Anleihen aus dem vergangenen Jahr bereits übersteigt.

Die größte Ölkonzern der Welt, Saudi Aramco, brachte in dieser Woche bis zu acht Milliarden US-Dollar an Multitranchen-Anleihen auf. DerKonzern müsste in diesem Jahr grundsätzlich Dividenden in Milliardenhöhe ausschütten. Saudi Aramco zieht es doch vor, seine Schulden deutlich zu erhöhen, um den Ölpreisverfall zu bewältigen, statt seine massive jährliche Dividende von 75 Milliarden US-Dollar anzutasten, deren die überwältigende Mehrheit an seinen Großaktionär, das Königreich Saudi-Arabien, geht. Analysten warnen dennoch, dass der Dividendeneinsparung von Saudi Aramco nicht ausreichen wird, um Saudi-Arabiens wachsendes Haushaltsdefizit einzudämmen, wenn die Ölpreise noch ein paar Jahre im niedrigen 40-Dollar-Bereich bleiben. Der saudische Haushalt hängt großenteils von den Lizenzgebühren, Steuern und der Dividende von Saudi Aramco ab.

Die Neuverschuldung des saudischen Ölgiganten ist die jüngste in einer Reihe von Staatsanleihen und Unternehmensanleihen in diesem Jahr, mit denen die Produzenten des Nahen Ostens hoffen, ihre Budgets zu finanzieren, um die bröckelnden Öleinnahmen zu kompensieren.

Die Schuldenlast scheint für die Ölproduzenten im Nahen Osten derzeit eine gute Lösung zur Bewältigung der Krise zu sein. Diese Strategie ermöglicht den Golfstaaten, das vorhandene Defizit teilweise abzubauen, ohne Sparmaßnahmen zu treffen, die in den Ölmonarchien höchst unbeliebt sein dürften.

Dass die Golfstaaten sich auf eine Zeit nach dem Öl einstellen müssen, ist lange bekannt. Saudi-Arabien etwa arbeitet bereits seit Jahren an seiner "Vision 2030", die die Wirtschaft mit enormen Investitionen bis eben 2030 möglichst unabhängig von Ölgeschäft machen soll. Auch andere Staaten in der Region haben ähnliche, wenngleich nicht ganz so pompöse, Pläne. Die Öl produzierenden Länder im Nahen Osten werden dennoch weiterhin von den Öleinnahmen und damit auch von der Entwicklung des Ölpreises abhängig sein – ungeachtet aller Pläne, Zusagen und Prioritäten, die Wirtschaftsbereiche abseits des Öls zu fördern und ihre Abhängigkeit von der Ölindustrie zu verringern.

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