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Staat stützt TUI erneut: 1,2 Milliarden Euro weitere Hilfen für den Reise-Riesen

Staat stützt TUI erneut: 1,2 Milliarden Euro weitere Hilfen für den Reise-Riesen
Eine Fußgängerin geht Ende Juli 2020 an einem geschlossenen Geschäft des Reise-Riesen TUI im Zentrum von Halifax in Großbritannien vorbei. Das Unternehmen plant, insgesamt 166 Läden im Land aufgrund vermehrter Online-Buchungen zu schließen.
Der deutsche Reisekonzern war auch das erste Großunternehmen, das zu Beginn der Corona-Krise staatliche Unterstützung erhielt. Nun muss der Bund bei TUI nachlegen. Damit summieren sich die Staatshilfen auf drei Milliarden Euro. Zugleich sollen Tausende Jobs wegfallen.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen machen dem weltgrößten Reisekonzern TUI immer noch schwer zu schaffen. Wegen des immer noch weitgehend brachliegenden Tourismusgeschäfts muss der Bund nun dem Touristik-Riesen erneut massiv unter die Arme greifen. Das Hannoveraner Unternehmen bekommt zu den bereits im April gewährten 1,8 Milliarden Euro Staatshilfen weitere 1,2 Milliarden Euro.

Maschinen des deutschen Touristikkonzerns TUI parken am 18. April 2020 auf gesperrter Startbahn des Flughafens Hannover. Die Corona-Krise macht dem Reiseunternehmen schwer zu schaffen.

TUI waren in der Corona-Krise wegen der weltweiten Reisebeschränkungen große Teile des Geschäfts komplett eingebrochen. Das Unternehmen braucht das Geld, um die weitere Finanzierung nach rund drei Monaten Geschäftsausfall zwischen Mitte März und Mitte Juni zu sichern. Die verzögerte Sommersaison läuft erst seit Juni. 

Das zusätzliche Stabilisierungspaket erlaubt uns, den Fokus auf das operative Geschäft zu legen und gleichzeitig die Neuausrichtung des Konzerns voranzutreiben", sagte TUI-Chef Fritz Joussen am Mittwoch.

Der Konzern fährt bereits einen harten Sparkurs – mit Stellenstreichungen und geringeren Investitionen. Rund 8.000 Jobs sollen abgebaut werden, vor allem im Ausland. Zudem soll die Flotte der Airline Tuifly von 39 auf 17 Maschinen verkleinert werden. Dabei könnten laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur 900 Vollzeitstellen wegfallen sowie mehrere Standorte geschlossen werden. Management und Belegschaft beraten nun über Details der Umsetzung.

Aus dem Bundeswirtschaftsministerium heißt es derweil, dass mit dem heute vereinbarten Stabilitätspaket der größte Reiseanbieter in Deutschland dabei unterstützt werde, "diese schwierige Zeit zu überbrücken". Aufgrund der Corona-Pandemie habe gerade die Reisebranche mit "nie dagewesenen Schwierigkeiten zu kämpfen". Mit dem Stabilitätspaket helfe man bei der Sicherung von Arbeitsplätzen in der Bundesrepublik und sichere Unternehmen und Beschäftigten eine Zukunftsperspektive.

Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie treffen die ersten deutschen Urlauber auf Mallorca ein.

An der Frankfurter Börse drehte die TUI-Aktie dank der Staatshilfen ins Plus und notierte am Nachmittag 2,5 Prozent höher. An der Londoner Börse legte das Papiere 5,5 Prozent zu.

Konkret besteht das TUI-Paket aus zwei Teilen: Die bisherige Kreditlinie bei der staatlichen Bankengruppe KfW von 1,8 Milliarden Euro wird um 1,05 Milliarden Euro aufgestockt. Zudem begibt TUI eine zunächst über sechs Jahre laufende Wandelanleihe von 150 Millionen Euro an den staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF). Hier gibt es die Option, dass der Bund – bei vollständiger Wandlung – künftig bis zu neun Prozent an TUI hält.

Seitens der Gewerkschaften gibt es vor allem Kritik an den geplanten Kürzungen. Die Konzernführung habe es demnach in den vergangenen Jahren versäumt, hinreichende Rücklagen zu bilden und dafür hohe Aktionärsdividenden ausgeschüttet. Zudem dürfe man mithilfe staatlichen Geldes durch den KfW-Kredit keine Jobs abbauen.

Die von der Corona-Krise ähnlich stark betroffene Lufthansa musste sogar mit neun Milliarden Euro gestützt werden.

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(rt/reuters)

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