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Indien strebt strengere Kontrollen für China-Importe aus asiatischen Drittländern an

Indien strebt strengere Kontrollen für China-Importe aus asiatischen Drittländern an
Antichinesische Demonstranten bereiten sich am 18. Juni darauf vor, chinesische Produkte zu verbrennen. Während einer Demonstration in Neu-Delhi wurden die Bürger zum Boykott chinesischer Waren aufgefordert.
Indien will Warenströme aus China über Drittstaaten weiter beschränken. Medienberichten zufolge ist die indische Regierung sogar gewillt, hierfür Freihandelsabkommen fallen zu lassen. Das Land sucht nach Möglichkeiten, den Import chinesischer Waren zu unterbinden.

Da sich die Beziehungen zwischen Indien und China weiter verschlechtern, erwägt Neu-Delhi Maßnahmen, um Handelspartner vor allem in Südostasien daran zu hindern, chinesische Waren mit geringem Mehrwert nach Indien umzuleiten.

Zwei Regierungsquellen teilten Reuters mit, dass Indien vorhabe, die Qualitätsstandards für Importe anzuheben, Mengenbeschränkungen aufzuerlegen, strenge Offenlegungsnormen vorzuschreiben und häufigere Kontrollen an den Eingangshäfen für Waren aus vielen asiatischen Ländern einzuführen.

Den Quellen zufolge sollen die Maßnahmen vor allem auf die Einfuhr von unedlen Metallen, elektronischen Komponenten für Laptops und Mobiltelefone, Möbeln, Lederwaren, Spielzeug, Gummi, Textilien, Klimaanlagen und Fernsehgeräten abzielen.

Vergangene Woche gab das indische Handelsministerium eine Mitteilung heraus, wonach es den Import von Fernsehgeräten einschränken will, indem es eine Sondergenehmigung für die Importeure einführt. Die Beschränkungen dürften in erster Linie Malaysia, Thailand, Vietnam und Singapur betreffen. Diese sind Mitglieder des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN), mit denen Indien darüber hinaus ein Freihandelsabkommen (FTA) geschlossen hat. Indien ist zudem über die starken Handelsströme aus Südkorea besorgt. Ein nicht namentlich genannter Beamter soll gegenüber Reuters erklärt haben:

Die Erhöhung der Zölle hat nur begrenzte Auswirkungen.

Jetzt wollen wir die Qualitätsstandards erhöhen und sicherstellen, dass Waren, die aus den Mitgliedsländern der Freihandelsabkommen eintreffen, in diesen Ländern auch ihren Ursprung haben. Der Zoll wird also wachsamer sein als zuvor.

Die Regierung werde auch eine Anhebung der Wertschöpfungsanforderungen für aus diesen Ländern importierte Produkte von derzeit 20 Prozent auf 40 Prozent diskutieren, sagte der Beamte. Die Freihandelsabkommen könnten ebenfalls überprüft werden. Er fügte hinzu:

Viele der asiatischen Partner sind zu Orten geworden, von denen nur noch chinesische Waren weitergeleitet werden. Wir gehen Produkt für Produkt durch, um verschiedene Arten von Maßnahmen zu konzipieren, von denen die meisten nicht zolltechnischer Art sein werden.

Den Reuters-Quellen zufolge sei die indische Regierung geneigt, sich nur an jene Freihandelsabkommen zu halten, die sie für gegenseitig vorteilhaft hält. Indien verzeichnet mit den meisten Ländern, mit denen es Freihandelsabkommen unterzeichnet hat, ein Handelsdefizit.

Die Verschärfung der Vorschriften für Importe aus China geht auf einen tödlichen Zusammenstoß zwischen indischen und chinesischen Soldaten im Juni entlang einer umstrittenen Grenze im Himalaja zurück, in dessen Verlauf indische Soldaten getötet wurden. Neu-Delhi führte anschließend 100-prozentige Warenkontrollen für Sendungen aus China, seinem zweitgrößten Handelspartner, ein. Der Handelsumsatz zwischen den beiden Ländern belief sich im Fiskaljahr 2019 auf 87 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig besteht ein Handelsdefizit von 53,57 Milliarden US-Dollar zugunsten Chinas. Dies ist das größten Handelsdefizit Indiens unter all seinen Partnern.

Mehr zum Thema - Indien drängt auf Handelsabkommen mit der Zollunion des Südlichen Afrikas

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