icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Ifo-Chef warnt vor Stagflation: Corona-Konjunkturpaket der Bundesregierung könnte komplett verpuffen

Ifo-Chef warnt vor Stagflation: Corona-Konjunkturpaket der Bundesregierung könnte komplett verpuffen
Der Chef des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, warnt davor, dass das Konjunkturpaket der Bundesregierung verpuffen könnte. Die staatlichen Milliarden, mit denen die Regierung die Wirtschaft ankurbeln will, könnten zur Stagflation führen.

Clemens Fuest, Chef des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, warnt aktuell vor einer Stagflation, einem seltenen ökonomischen Phänomen, das durch gleichzeitig steigende Preise und Arbeitslosigkeit gekennzeichnet ist.

"Die Wirtschaft hat neben dem Einbruch der Nachfrage derzeit ein weiteres Problem", sagte Fuest dem Spiegel. "Die Corona-Krise hat zur Folge, dass die Produktivität der Unternehmen sinkt."

Mehr zum Thema - "Mit Wumms aus der Krise": Konjunkturpaket von 130 Milliarden Euro für Wirtschaft und Konsum

Als Gründe führte Fuest an, dass Lieferketten unterbrochen sind oder Kapazitäten brachliegen, weil etwa der Schichtrhythmus durch Hygienevorgaben durcheinandergeriet. Das hindert die Firmen daran, gewohntes Produktionsniveau zu erreichen. "Im Extremfall verfehlt der Nachfrageimpuls seine Wirkung", sagt Fuest. "Die Belebung der Produktion bleibt aus, stattdessen steigen nur die Preise. Das Phänomen heißt Stagflation."

Wachsende Verteilungskämpfe – Pech für jene ohne Lobby

Bereits Ende vergangenen Monats warnte Fuest, Deutschland stehe "vor einer Zeit wachsender Verteilungskämpfe". Die deutschen Konjunkturpakete inklusive des deutschen Anteils am EU-Paket kosteten bis dato 610 Milliarden Euro – Kredite und Garantien über 820 Milliarden Euro noch nicht mitgerechnet. "Wir sind jetzt alle erheblich ärmer geworden durch diese Krise", sagte Fuest Ende Juni auf einem Online-Forum mit Wirtschaftsforschern aus der Schweiz und Österreich.

Wenn es um die Kostenrechnung gehe, hätten all jene "schlechte Karten, die nicht mobil sind, und alle, die keine gute Lobby haben". Auch Steuererhöhungen könnten kommen. "Es wird harte Auseinandersetzungen geben", so Fuest.

Symbolbild

Im Moment gelte es aber erst mal, aus dieser Krise herauszukommen. Die deutsche Wirtschaftsleistung dürfte dieses Jahr zwischen sechs und sieben Prozent schrumpfen. Die Industrie rechne mit 20 Prozent weniger Umsatz, die Betriebe sähen bei der Geschäftslage "überhaupt keine Verbesserung bislang", und sieben Millionen Menschen seien in Kurzarbeit, sagte Fuest. Solange die Zinsen so niedrig blieben, sei die Schuldenlast tragbar. Aber "die nächste Krise wird kommen. Dann ist das Ende der Fahnenstange irgendwann erreicht", warnte der Professor.

Mittelfristig rechne er wieder mit leichten Preissteigerungen. Doch wenn die Wertschöpfungsketten kürzer und teurer würden und die Produktion stagniere, könnten Kosten und Inflation steigen: "Stagflation wäre ein extrem gefährliches Szenario", so Fuest. "Das könnte zu einem Kollaps der Staatsfinanzen führen."

Zuletzt war das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo in die Kritik geraten, da es die Studienfinanzierung durch die umstrittene Arbeitgeberlobby Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) nicht offen gelegt hatte. Dabei ging es um die Fiskalregeln angesichts der Schulden in der Corona-Krise.

Mehr zum Thema - Bildungsmonitor 2019: Wie Arbeitgeber der Politik mithilfe der Medien Vorgaben machen

(reuters/dpa/rt)

Folge uns aufRT
RT
Kriegstrauma loslassen lernen

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen