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Internationale Arbeitsorganisation: Corona kostet Weltwirtschaft 400 Millionen Vollzeitarbeitsplätze

Internationale Arbeitsorganisation: Corona kostet Weltwirtschaft 400 Millionen Vollzeitarbeitsplätze
Die Corona-Krise hat die Weltwirtschaft bis zu 400 Millionen Vollzeitarbeitsplätze gekostet. Darauf wies die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen hin, die drei Szenarien für die Entwicklung in der zweiten Hälfte dieses Jahres skizzierte.

Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) wird erwartet, dass die weltweit geleisteten Arbeitsstunden im zweiten Quartal 2020 als Folge der Corona-Pandemie um 14 Prozent gesunken sind.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der gemeinsamen Pressekonferenz auf Schloss Meseberg am 29. Juni.

Dieser Rückgang entspricht dem Verlust von 400 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen weltweit im zweiten Quartal, basierend auf einer 48-Stunden-Woche. Die ILO prognostizierte zuvor für diesen Zeitraum einen Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden um 10,7 Prozent oder 305 Millionen Arbeitsplatzverluste.

Einem entsprechenden Bericht der Organisation zufolge sei der amerikanische Kontinent mit einem geschätzten Rückgang der Arbeitsstunden um 18,3 Prozent oder 70 Millionen Vollzeitarbeitsplätze die am stärksten betroffene Region.

Laut dem Bericht gebe es mehrere Faktoren, die diesen globalen Rückgang verursachen. Kürzere Arbeitszeiten, vorübergehende Beurlaubung oder Urlaub sowie Arbeitslosigkeit und Nichterwerbstätigkeit wurden genannt.

Die Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen skizzierte drei verschiedene Szenarien für eine Erholung des Arbeitsmarktes in der zweiten Hälfte des Jahres 2020.

In ihrem Basismodell prognostiziert die ILO einen Rückgang der Arbeitsstunden um 4,9 Prozent oder 140 Millionen Arbeitsplatzverluste im Vergleich zum vierten Quartal 2019. Das Szenario ging nach den vorliegenden Prognosen von einer Erholung der Wirtschaftstätigkeit, der Aufhebung der Arbeitsplatzbeschränkungen sowie von einer Erholung des Konsums und der Investitionen aus.

Das pessimistische Szenario geht von einem Rückgang der Arbeitsstunden um 11,9 Prozent oder den Verlust von 340 Millionen Arbeitsplätzen aus. Dies basiert auf einer prognostizierten zweiten Corona-Welle, die zur Rückkehr der Lockdown-Beschränkungen führen und somit eine "deutlich langsame Erholung" bedeuten würde.

Das optimistische Modell hingegen prognostiziert einen Rückgang der Arbeitsstunden um lediglich 1,2 Prozent oder 34 Millionen Arbeitsplatzverluste. Ein solches Best-Case-Szenario wäre das Ergebnis einer raschen Wiederaufnahme der Arbeit, was "die Gesamtnachfrage und die Schaffung von Arbeitsplätzen erheblich ankurbeln" würde.

Guy Ryder, Generaldirektor der ILO, erklärte:

Die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, werden in den kommenden Jahren und über 2030 hinaus Widerhall finden. Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln, wenn wir aus dieser Krise gestärkt herauskommen wollen.

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