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Touristikkonzern TUI streicht weltweit rund 8.000 Stellen

Touristikkonzern TUI streicht weltweit rund 8.000 Stellen
Maschinen des deutschen Touristikkonzerns TUI parken am 18. April 2020 auf gesperrter Startbahn des Flughafens Hannover. Die Corona-Krise macht dem Reiseunternehmen schwer zu schaffen.
TUI will wegen des Geschäftseinbruchs durch die Corona-Pandemie rund 8.000 Jobs abbauen. Das Reiseprogramm wurde im März ausgesetzt, vorerst bis Mitte Juni. Nun bereitet der weltweit größte Reiseveranstalter europäische Hotels auf die Wiedereröffnung vor.

TUI steht nach starken Verlusten im Winter vor einer extrem schwierigen Sommersaison 2020 und will mehrere Tausend Jobs abbauen. Etwa jede zehnte der mehr als 70.000 Stellen weltweit soll wegfallen. Wegen der anhaltenden Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie müsse man etwa die Verwaltungskosten um 30 Prozent drücken und Investitionen zurückfahren. Dies sagte der Vorstandschef Fritz Joussen am Mittwoch zur Vorlage der Zahlen für das abgelaufene erste Geschäftshalbjahr in Hannover.

Weltweit wird das Auswirkungen auf rund 8.000 Stellen haben, die wir nicht besetzen oder abbauen", kündigte der Manager an.

Der Konzern hofft, in den kommenden Monaten möglichst große Teile der im März fast komplett eingestellten Aktivitäten wieder aufzunehmen. In welchen Ländern die Kunden ab wann Urlaub machen können, ist aber vielerorts noch unklar. Weltweit gibt es weiterhin Reisebeschränkungen, das Sommerprogramm der Hannoveraner ist derzeit nur zu 35 Prozent ausgebucht. Bislang sind bei TUI Deutschland alle Reisen bis zum 14. Juni abgesagt.

TUI will Hotelbetrieb mit einem Zehn-Punkte-Plan schrittweise wieder aufnehmen

Joussen hatte bereits eine Verschärfung des internen Sparkurses angedeutet. Nun werden die Pläne konkret.

Die TUI soll gestärkt aus der Krise hervorgehen", erklärte er. "Aber sie wird eine andere TUI sein und ein anderes Marktumfeld vorfinden als vor der Pandemie.

Von Oktober bis März verbuchte der Reiseveranstalter unter dem Strich einen Verlust von 892,2 Millionen Euro und war damit mehr als zweieinhalb Mal so tief in den roten Zahlen wie im Vorjahreszeitraum. Ab März schlugen die Auswirkungen der Pandemie voll auf die Tourismusbranche ein. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte bei TUI um knapp 175 Prozent auf minus 828,7 Millionen Euro ab. Der Umsatz sank leicht um 0,6 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro.

Verluste in dieser Zeit sind in der Branche an sich typisch, die Unternehmen verdienen das meiste Geld im Sommer. Dieses Jahr bringt er aber wegen der Coronavirus-Krise besondere Probleme. Flüge und Kreuzfahrten sind ausgesetzt, viele Länder haben das öffentliche Leben eingeschränkt, die Gastronomie ist ebenfalls schwer getroffen.

Den Hotelbetrieb will TUI mit einem Zehn-Punkte-Plan schrittweise wieder aufnehmen. Dieser sieht zum Schutz vor Infektionen zum Beispiel vor, dass Kunden online einchecken können. Die Abstandsregeln sollen gelten und die Kapazitäten von Restaurants oder Teilnehmerzahlen von Sport- und Unterhaltungs-Events verringert werden.

Zahlreiche Beschäftigte musste TUI Deutschland schon in Kurzarbeit schicken. Um die Liquidität zu sichern, bekommt der Konzern über die staatliche Förderbank KfW zur Überbrückung der Krise einen Kredit von 1,8 Milliarden Euro. Zum 10. Mai betrugen sie verfügbaren Finanzmittel und Darlehen etwa 2,1 Milliarden Euro.

Auf Sylt und in Mecklenburg-Vorpommern sollen TUI-Hotels wieder öffnen

Urlaub in Deutschland dürfte bald wieder leichter möglich sein. Für Ferienwohnungen oder Campingplätze gibt es bereits Lockerungen. Ganz ohne Einschränkungen wie geringere Gästezahlen dürfte die Wiederaufnahme des Betriebs jedoch unrealistisch sein. Auf Sylt und in Mecklenburg-Vorpommern sollen die ersten TUI-Hotels in den kommenden Tagen wieder öffnen.

Joussen geht trotz der angespannten Lage insgesamt von einer Erholung aus: "Sommerurlaub in Europa kann jetzt schrittweise wieder möglich gemacht werden – verantwortungsvoll und mit klaren Regeln. Die Saison startet später, könnte dafür aber länger dauern." Eine genauere Prognose für das restliche Jahr traut sich der Konzern noch nicht zu.

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(dpa/rt)

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