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US-Thinktank: Coronavirus könnte Chinas Handelsversprechen an USA gefährden

US-Thinktank: Coronavirus könnte Chinas Handelsversprechen an USA gefährden
Die durch die Corona-Pandemie hervorgerufenen Wirtschaftsschwierigkeiten werden es China nicht ermöglichen, seine Versprechen gegenüber den USA im Rahmen der "ersten Phase des Handelsabkommens" einzuhalten. Darauf weist ein US-Thinktank in seiner jüngsten Prognose hin.

Aufgrund der Coronavirus-Krise wird es Peking unmöglich sein, die im Rahmen der "ersten Phase des Handelsabkommens" mit Washington vereinbarten Käufe zu erfüllen. Das behauptet die US-Denkfabrik Center for Strategic and International Studies in ihrer jüngsten Prognose.

Das Abkommen, das im Januar zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt ausgehandelt wurde, sah für dieses Jahr einen Anstieg der US-Warenexporte nach China um 36,6 Prozent voraus. Stattdessen seien die Lieferungen von US-Gütern nach China in den ersten drei Monaten des Jahres 2020 im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent zurückgegangen, so der Thinktank.

US-Außenminister Mike Pompeo bei der Pressekonferenz am 29. April.

In ihrem "Worst-Case-Szenario" gehen die Autoren der Studie davon aus, dass China US-Güter im Wert von nur 60 Milliarden US-Dollar importieren könnte. Dies würde einen Fehlbetrag von 129,6 Milliarden US-Dollar bedeuten gegenüber dem für dieses Jahr erwarteten Niveau.

China erklärte sich bereit, die Käufe von US-Gütern und Dienstleistungen in den Bereichen Fertigung, Energie und Landwirtschaft innerhalb von zwei Jahren um mindestens 200 Milliarden US-Dollar zu erhöhen. Die Denkfabrik warnte zunächst lediglich davor, dass diese Ziele wahrscheinlich nicht erreicht würden, der Ausbruch des Coronavirus habe jedoch "das Unrealistische zum Unmöglichen gemacht".

Als das Virus vor allem in China und Asien wütete und die Wirtschaft der Region in Mitleidenschaft zog, weigerte sich Washington, Peking gegenüber irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Das Weiße Haus gibt Peking die Schuld am Ausbruch des Coronavirus. Nun erhöhte die Regierung unter US-Präsident Donald Trump den Druck auf China und drohte damit, neue Zölle einzuführen, zusätzlich zu jenen, die durch das Abkommen nicht aufgehoben wurden.

Mitten im Handelskrieg fielen die chinesischen Direktinvestitionen in die USA auf den niedrigsten Stand seit der Großen Rezession. Dies geht aus einem Bericht des US-Nationalkomitees für die Beziehungen zwischen den USA und China hervor. Der negative Trend habe sich in diesem Jahr noch verschärft, da in den ersten Monaten nur 200 Millionen US-Dollar an neu angekündigten Direktinvestitionen getätigt wurden, hieß es in dem Bericht. Dabei forderten die Autoren beide Staaten zur Zusammenarbeit auf, da die Pandemie die Weltwirtschaft schwächt.

Allerdings signalisierte Trump zuvor, dass ihn selbst die aktuelle Wirtschaftskrise nicht davon abhalten werde, die Handelsspannungen mit Peking zu verschärfen. Am Freitag erklärte er, dass er in der Frage, ob er die "erste Phase" des Handelsabkommens beenden solle, "sehr hin- und hergerissen" sei.

Mehr zum Thema - Peking: China leistet seinen Teil im Handelsabkommen mit den USA trotz Corona-Krise

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