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Russland und Saudi-Arabien wollen mit Fördersenkungen Ölpreis ankurbeln

Russland und Saudi-Arabien wollen mit Fördersenkungen Ölpreis ankurbeln
Trotz einer Übereinkunft im OPEC+-Format, die Rohölproduktion deutlich zu senken, ist der Ölpreis weiter unter Druck. Der russische Energieminister und sein saudischer Amtskollege einigten sich am Freitag darauf, weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Die Ölpreise stürzen weiter ab, trotz einer Vereinbarung der großen Öl-Produzenten, die Rohölproduktion um 9,7 Millionen Barrel pro Tag zu senken. Weitere Fördermengenkürzungen könnten notwendig sein, um die sinkende Nachfrage aufgrund der COVID-19-Krise preislich abzufangen.

Der russische Energieminister Alexander Nowak und sein saudischer Amtskollege Prinz Abd al-Aziz bin Salman teilten am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung mit, dass sie "den Ölmarkt weiterhin genau beobachten werden und bereit sind, gemeinsam mit der OPEC+ und anderen Produzenten weitere Maßnahmen zu ergreifen, wenn diese für notwendig erachtet werden".

Nach Angaben des russischen Energieministeriums sind beide Länder fest entschlossen, die OPEC+-Vereinbarung zur Reduzierung der Ölförderung zu erfüllen. Nach einem Telefongespräch zwischen dem russischen Energieminister und seinem saudischen Amtskollegen betonte das russische Ministerium:

Russland und Saudi-Arabien sind auch zuversichtlich, dass ihre Partner in der OPEC+ und andere Produzenten die eingegangenen Verpflichtungen erfüllen werden.

Bin Salman erklärte zuvor, dass das saudische Königreich bereit sei, die Ölförderung bei Bedarf weiter zu kürzen, wenn sich die Staaten im OPEC+-Format im Juni erneut treffen. Er sagte:

Flexibilität und Pragmatismus werden es uns ermöglichen, weiterhin mehr zu tun, wenn wir müssen.

Der staatliche Ölgigant Saudi Aramco kündigte an, ab dem 1. Mai täglich 8,5 Millionen Barrel Erdöl an seine Kunden zu liefern. Das sind fast vier Millionen Barrel pro Tag weniger als die geplanten Verkäufe im April.

Niedrige Ölpreise bedrohen die Existenz der Frackingindustrie in den USA.

Die OPEC warnte am Donnerstag, dass selbst die vollständige Umsetzung der Kürzungen einen Überschuss im zweiten Quartal nicht verhindern werde, wenn die Nachfrage nach Rohöl auf den niedrigsten Stand seit drei Jahrzehnten fallen wird. Harry Tchilinguirian, Leiter der Strategieabteilung für Rohstoffmärkte bei BNP Paribas SA sagte gegenüber Bloomberg:

Die Saudis und die Russen sind proaktiv, indem sie vorausschauende politische Leitlinien bereitstellen, um den Märkten zu versichern, dass sie es ernst meinen, wenn es um die Reduzierung ihrer Produktion geht.

Die OPEC und ihre Partner versuchen seit dem Scheitern der Verhandlungen über weitere Kürzungen im März, weitere Senkungen bei den Fördermengen durchzusetzen. Das seit rund drei Jahren bestehende OPEC+-Abkommen lief Ende März aus. Saudi-Arabien steigerte anschließend seine Produktion auf ein Rekordhoch von mehr als 12 Millionen Barrel pro Tag.

Die Rohölpreise wurden durch den pandemiebedingten Einbruch bei der Ölnachfrage stark beeinflusst, was zu einem weltweiten Überangebot führte. Trotz eines neuen abgeschlossenen Abkommens erreichten die Ölpreise am Freitag ein neues 18-Jahres-Tief, wobei die US-Marke WTI fast um zehn Prozent unter 18 US-Dollar pro Barrel fiel. Brent legte leicht auf 28 US-Dollar pro Barrel zu.

Mehr zum Thema - Preisverfall in Richtung Kostendeckung: Überproduktion und Nachfrageeinbruch versenken Ölmarkt

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