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Wegen warmer Winter: Zecken in den USA saugen Elche zu Tode

Wegen warmer Winter: Zecken in den USA saugen Elche zu Tode
Wegen warmer Winter: Zecken in den USA saugen Elche zu Tode. Bis zu 90.000 Zecken saugen sich an einem befallenen Tier fest. (Screenshot der Meldung der Umweltschutzbehörde Fish & Wildlife des US-Bundesstaates Vermont auf Facebook, Februar 2020)
Im Nordosten der USA – vornehmlich in der Region Neuengland – saugen sich Zecken in derartigen Rekordzahlen an Elchen fest, dass die Paarhufer oft zu Tode bluten. Tragisch: Der einzige Weg, die Panzootie aufzuhalten, ist der Abschuss befallener Tiere.

Man kann, Klimawissenschaftlern zum Trotz, sehr unterschiedlicher Ansicht zu den Ursachen der Klimaveränderungen auf der Erde sein. In der Region Neuengland im Nordosten der USA sind jedoch zumindest die Winter zweifelsohne deutlich wärmer geworden. Und zwar so viel wärmer, dass blutsaugende Winterzecken sich aktiver vermehren und auch ihrer parasitären Lebensweise aktiver nachgehen können. Elche und Hirsche sind wichtige Wirte der kleinen Parasiten. In Gebieten mit einer hohen Populationsdichte führt dies aktuell zu einem heftigen und umfassenden Zeckenbefall der Paarhufer.

So saugen sich laut der Naturschutzbehörde Fish & Wildlife Service des Bundesstaats Vermont wahrhaftige Horden von Zecken an Elchen und Hirschen in Neuengland fest. Die Umweltbehörde erklärte auf Facebook:

Bis zu 90.000 Winterzecken wurden an einem Elch gefunden. Mehr als die Hälfte der Elchkälber sind in den letzten Wintern aufgrund von Blutverlust durch die Winterzecken verendet.

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Die Behörde teilte ein schreckliches Foto. Auf einem Elch sind Zecken zu sehen, die sich an der Haut des Tieres so dicht aneinander festsaugten, dass an einer Stelle das Fell vollständig ausfiel.

Mit fortschreitender Erwärmung in der Region wird sich dieses Problem nur noch verschärfen. Ein Bericht der Universität von New Hampshire besagt, dass die Wärmephasen den Fresszyklus der Winterzecken verlängern, wodurch sie Elche in alarmierender Geschwindigkeit töten können. Pete Pekins, Professor für Wildtierökologie, erklärte:

Der ikonische Elch wird schnell zum neuen Aushängeschild für den Klimawandel in Teilen des Nordostens. Normalerweise würde uns bereits eine Todesrate von mehr als 50 Prozent beunruhigen – und bei 70 Prozent haben wir es mit einem echten Problem in der Elchpopulation zu tun.

Eine im Canadian Journal of Zoology veröffentlichte Studie zeigt, dass von 179 jungen Elchen, die mit Funkhalsbändern versehen waren, innerhalb von drei Jahren ganze 125 gestorben waren.

An jedem Kalb wurde eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Winterzecken gefunden. Im Durchschnitt waren es rund 47.500 pro Elch. Dies führte in den meisten Fällen zum Tod durch Blutverlust.

Symbolbild: Skomer, Pembrokeshire, Großbritannien, 9. Juni 2018.

Selbst die überlebenden Elche sind nicht sicher: Erstens sind die Tiere durch Blutverlust geschwächt und können sich zweitens weniger gut fortpflanzen.

Ein Hoffnungsschimmer bleibt den Tieren dennoch: Die Behörde gibt in ihrer Erklärung an, dass das Zeckenproblem in dem beschriebenen Ausmaß nur in Gebieten mit einer hohen Populationsdichte von Elchen besteht – mehr als ein Tier pro Quadratmeile.

Tragischer weise scheint die einzige Lösung des Problems darin zu bestehen, den Zecken ihre Nahrungsgrundlage zu entziehen. Dies bedeutet, die befallenen Elche zu töten. Die Wildbiologen in Vermont erklären, dass eine Abschussfreigabe für Elche die Verbreitung der Winterzecken unter der Elchpopulation erschweren würde. Dafür will man die Zahl der Elche in diesem US-Bundesstaat um mindestens 33 Tiere reduzieren. Man denkt auch darüber nach, Jägern den Abschuss von Elchen zu erlauben, die sich zu langsam bewegen. Dies sei ein Anzeichen dafür, dass ein Tier an heftigem Zeckenbefall leide.

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