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"Pelz-Gate" auf der Krim: Politikerinnen gratulieren Blockade-Überlebenden mit Laib Brot – Rücktritt

"Pelz-Gate" auf der Krim: Politikerinnen gratulieren Blockade-Überlebenden mit Laib Brot – Rücktritt
Maja Chuschina, die Vorsitzende des Stadtrats von Kertsch, besucht Überlebende der Leningrader Blockade
Die Krim hat ein "Pelz-Gate". Die Vorsitzende des Stadtrats von Kertsch ist nach einem Mode-Fauxpas zurückgetreten, hat sich später aber umentschieden und trat wieder etwas später doch zurück. Die Geschichte im Überblick.

Die bizarre Geschichte nahm ihren Anfang, als Politikerinnen der Stadt Kertsch – angeführt von Maja Chuschina, der Vorsitzenden des Stadtrates – Überlebenden der Leningrader Blockade mit einer Medaille und einem Brotlaib zum Jahrestag des Endes der Blockade gratuliert hatten. Chuschina stellte die Fotos anschließend ins Netz. Die Bilder verbreiteten sich schnell und sorgten bei russischen Internetnutzern für Empörung.

Nicht die gute Geste, sondern der Kontrast zwischen den Politikerinnen und den Beschenkten war den meisten Kommentatoren ein Dorn im Auge: Die Nutzer beschwerten sich, wie realitätsfremd die Damen von der Stadtverwaltung sind. Neben den bescheiden angezogenen Veteranen sahen die Politikerinnen in ihren Pelzmänteln unpassend, wenn nicht geschmacklos aus. Auch der billige Brotlaib machte die Sache nicht besser. "Merken die Damen nicht, wie dürftig das aussieht?", fragte eine Nutzerin. "War es ihnen nicht zu peinlich? Ein Pelzmantel bei Plusgraden auf der Krim. Das ist vulgär", meinte ein anderer.  

Später erklärten die Politikerinnen gegenüber Medienvertretern, dass es sich nicht um Brot, sondern um einen traditionellen Kuchen mit Fleisch handelte. Die Pelzmäntel seien nicht echt, sondern aus Kunstpelz. Die Politikerinnen betonten, dass die Geschenke rein "symbolisch" waren und sie die Kuchen sowie die Blumen mit ihrem eigenen Geld gekauft hätten:

Wir hatten an diesem Tag viele Fotos gemacht. Vielleicht haben wir uns nicht für die besten entscheiden, die den Geist und die Atmosphäre unseres Handelns vermitteln. Während des Besuchs haben wir die Bedürfnisse der Blockade-Überlebenden besprochen. Wir kauften Medikamente und organisierten auch die medizinische Versorgung. Wir bleiben ständig mit ihnen in Kontakt.

Nach erheblichem Interesse seitens nationaler Medien erklärte der Premierminister der Krim, Sergei Aksjonow, Chuschinas Besuch hätte "wie Spott und Demütigung" ausgesehen. Er ordnete eine Untersuchung an. Laut Aksjonow müsse Chuschina gefeuert und aus der Regierungspartei "Einiges Russland" ausgeschlossen werden.

Anschließend nahm die bizarre Geschichte eine merkwürdige Wendung. Obwohl Chuschina scheinbar keine Schuldgefühle hatte, reichten sie und ihre Stellvertreterin drei Tage nach dem Skandal ein Kündigungsschreiben ein. Der Rücktritt hielt aber nicht lange an. Die Politikerin hat sich kurz darauf umentscheiden: "Ich ziehe meine Aussage zurück, es war ein Moment der Schwäche", sagte sie. Wenige Stunden später kündigte die Frau jedoch ein zweites Mal an, dass sie zurücktreten will. 

Die Leningrader Belagerung dauerte 872 Tage und führte zu über einer Million Toten, von denen viele verhungerten. Sie endete am 27. Januar 1944.

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