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"Dreckige Münder schließen": Russland geht gegen Geschichtsumschreibung des Zweiten Weltkriegs vor

"Dreckige Münder schließen": Russland geht gegen Geschichtsumschreibung des Zweiten Weltkriegs vor
Russland wird ein Archivzentrum mit der umfangreichsten Sammlung von Dokumenten aus dem Zweiten Weltkrieg schaffen, um den Versuchen der Geschichtsverfälschung des Krieges entgegenzuwirken. Das verkündete Wladimir Putin bei einem Treffen mit Weltkriegsveteranen.

Es liege an Moskau, die umfangreichste Sammlung von Dokumenten aus dem Zweiten Weltkrieg zu schaffen – offen für alle Personen überall – um ein für alle Mal "den dreckigen Mund" derer zu verschließen, die die Geschichte für kurzfristige Gewinne umschreiben wollen. Das erklärte der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges, das am Samstag in Sankt Petersburg stattfand.

Das Denkmal für die polnisch-sowjetische Waffenbruderschaft im Zentrum der Stadt Legnica (Bild aufgenommen im Januar 2018). Es gehört zu den 500 Denkmälern aus der Sowjetzeit, die nach dem antikommunistischen Gesetz abgerissen wurden.

Jede Person – ob Russe oder nicht – wird Zugang, auch online, zu einem Archiv mit der Sammlung bekommen, versprach er. Das ultimative Ziel sei es, jegliche Desinformation über den verheerendsten Konflikt in der Geschichte der Menschheit zu entlarven.

Die Schaffung eines Archivzentrums würde denjenigen keine Chance lassen, die bereit sind, für ihre eigenen politischen Bedürfnisse die Wahrheit über den Krieg zu verfälschen, argumentierte er, und betonte:

Wir werden den dreckigen Mund einiger Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im Ausland schließen, die ihn nur für kurzfristige politische Ziele öffnen. Wir werden sie mit zuverlässigen und grundlegenden Fakten zum Schweigen bringen.

Es wird erwartet, dass das Zentrum die größte und umfangreichste Sammlung von Dokumenten sowie Fotos und Videomaterial aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs enthalten wird. Der Präsident trug diese Idee zum ersten Mal während seiner jährlichen Ansprache zur Lage der Nation Anfang dieser Woche vor und argumentierte, dass Russland "dreiste Lügen und Versuche, die Geschichte zu verfälschen" bekämpfen sollte.

Bei dem Treffen in Sankt Petersburg sagte Putin außerdem, dass man in Moskau dem Beispiel in Tel Aviv folgen sollte, von wo man dafür sorgt, dass praktisch niemand auf der Erde die wahren Schrecken des Holocaust vergessen kann.

"Unter den Holocaust-Opfern war auch eine große Zahl sowjetischer Juden", sagte er und fügte hinzu, dass "wir auch die anderen Opfer anderer sowjetischer Völker und des russischen Volkes" nicht vergessen sollten, die "ihre Heimat und die ganze Welt vor der braunen Pest [des Nazismus] verteidigten".

Putins Äußerungen erfolgten unter anderem inmitten eines Streits zwischen Moskau und Warschau über die Ereignisse, die überhaupt erst zum Zweiten Weltkrieg führten. Polen hat seit geraumer Zeit versucht, die Geschichte dieses verheerenden Konflikts zu revidieren und das eigene Land von jeder Verantwortung im Zusammenhang mit den Ereignissen dieser Zeit freizusprechen, während es sich gleichzeitig als Opfer sowohl der nationalsozialistischen als auch einer angeblichen sowjetischen Aggression und Besatzung präsentiert.

Waffenbruderschaft: Ein Soldat der Polnischen Armee (links) hisst am 17. Januar 1944 im befreiten Warschau die polnische Nationalfahne. Rechts stehen Soldaten der Roten Armee.

In Warschau hat man Denkmäler für sowjetische Soldaten, die bei der Befreiung der Stadt von der Besetzung durch Nazideutschland starben, entfernt und im September einen Beschluss des EU-Parlaments initiiert, in dem behauptet wird, dass der Nichtangriffspakt zwischen Moskau und Berlin von 1939 "den Weg für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geebnet" habe.

Dieser Schritt wurde in Moskau als Geschichtsverfälschung bezeichnet. Schließlich schaltete sich Putin persönlich in die heftige Debatte zwischen den beiden Nationen ein, als er Jozef Lipski – den polnischen Botschafter in Berlin von 1934 bis 1939 – als "einen Bastard und ein antisemitisches Schwein" bezeichnete. Der russische Präsident verwies dabei auf die Tatsache, dass dieser Gesandte sogar Adolf Hitler versprochen hatte, dass die Polen ihm "ein schönes Denkmal in Warschau errichten" würden, wenn er alle europäischen Juden nach Afrika vertreibe. Warschau nahm Anstoß an diesen Äußerungen Putins, obwohl niemand diese Worte Lipskis, die auch der Öffentlichkeit seit langem bekannt sind, bestreiten konnte und bestritten hat.

Der Disput erregte bald internationale Aufmerksamkeit, da die Botschafter der USA – und ausgerechnet sogar Deutschlands – sich in dieser heiklen Angelegenheit auf die Seite Polens stellten und argumentierten, dass "Hitler und Stalin zusammenarbeiteten, um den Zweiten Weltkrieg zu beginnen".

Polens revisionistische Politik beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Auseinandersetzung mit Russland. In Warschau verlangt man auch hohe Reparationszahlungen von Deutschland für die auf polnischem Territorium begangenen Naziverbrechen, während sich Polen weigert, irgendeine eigene Verantwortung für die Rolle Polens und polnischer Bürger bei den Verbrechen einzugestehen, die während der Nazi-Besetzung an polnischen Juden begangen wurden – eine Haltung, die Polen nun in einen seit Längerem schwelenden Streit mit Israel geführt hat.

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