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Beslan – Die Stadt der Engel: Neue Doku zum 15. Jahrestag der Geiselnahme

Beslan – Die Stadt der Engel: Neue Doku zum 15. Jahrestag der Geiselnahme
1. September 2018: Einwohner der Stadt Beslan gedenken den Opfern
Am 1. September 2004 zerstörte ein Terrorkommando die Ruhe im russischen Städtchen Beslan. Der dreitägige Terrorangriff während des traditionellen Schulbeginns in der nordkaukasischen Republik Nordossetien jährt sich Anfang September zum 15. Mal.

Tschetschenische und inguschetische Terroristen nahmen am 1. September 2004 um 9.15 Uhr Lokalzeit in der Mittelschule Nr. 1 1.127 Geiseln – Kleinkinder, Schüler, Eltern sowie Lehrer und verschanzten sich mit ihnen in der Turnhalle. Die Fenster der Halle waren vermint, Sprengsätze hingen in Basketballkörben. Trotz der Hitze durfte niemand essen oder trinken. Einige Gefangene tranken ihren eigenen Urin, um nicht zu verdursten.

Die Angreifer forderten den Abzug russischer Truppen sowie ein Ende des Krieges in Tschetschenien. Nach drei Tagen endete die Geiselnahme in einem Blutbad: Mit einem stundenlangen Schusswechsel, Feuer und Explosionen bezwangen die Einsatzkräfte zwar die Terroristen, es kamen aber 334 Geiseln ums Leben, 180 davon waren Kinder. Die meisten wurden im Kugelhagel getötet oder verbrannten. Bilder von flüchtenden Kindern in Unterwäsche erschütterten die Welt. Neben den Zivilisten starben auch ein Dutzend Sicherheitsleute. Über 700 Menschen wurden verletzt. Die Hinterbliebenen leiden noch immer. In der 37.000 Einwohner großen Stadt gibt es heute kaum jemanden, der von der Tragödie direkt oder indirekt nicht betroffen war. 

Der blutigste Terrorakt war die Geiselnahme von Beslan. Terroristen brachten über tausend Menschen - Schüler, Eltern und Lehrer - am 1. September 2004, dem Tag des Wissens, in ihre Gewalt. Bei der Erstürmung kamen 334 Menschen um. Hier: Gedenkaktion in der Turnhalle, wo die meisten Menschen starben.

Irina Gurijewa wohnt heute in Moskau und ist verheiratet. Ihre neue Wohnung, die sie gerade renovieren lässt, wurde mithilfe der Entschädigungen, die der russische Staat den Opfern ausbezahlt hatte, gekauft. Die damals siebenjährige Irina war eine der Geiseln – genau wie ihre Mutter, ihr älterer Bruder Boris, ihre ältere Schwester Vera und ihre Cousine Anna. Überlebt haben nur drei Frauen: Irina, deren Mutter und Anna. 

Fatima Dsgojewa ist heute 25 Jahre alt, sieht allerdings eher wie ein Teenager aus. Sie und ihre Schwester Salina wurden ebenso von Terroristen gefangen gehalten. Salina schaffte es nicht mehr lebend raus, ihr verkohlter Körper wurde erst nach der Befreiung des Schulgeländes gefunden. Fatima überlebte, erlitt jedoch eine schwere Kopfverletzung. Ihr linker Körperteil war gelähmt. Es hat Jahre gedauert, bis Fatima wieder gehen und sprechen konnte. Sie musste sich bereits fünf Operationen am Schädel unterziehen lassen. 

Dserassa Kudsajewa hätte im September 2004 in die erste Schulklasse kommen sollen. Auch sie wurde als Geisel genommen. Beim Schusswechsel verdeckte ihre Großmutter sie mit dem eigenen Leib und rettete sie somit vor dem Tod. Die ältere Frau selbst kam dabei ums Leben. Die Terroristen hatten Dserassas Vater befohlen, bereits getötete Menschen aus dem zweiten Stock hinunterzuwerfen. Er überlegte nicht lange, sprang kurzerhand selbst aus dem Fenster und rettete sich dadurch das Leben. Derzeit studiert Dserassa Medizin. "Ärzte waren für mich immer Halbgötter. Es sind Menschen, die Leben retten. Jetzt bin ich Teil von ihnen", erzählt Dserassa.

RT Deutsch zeigt die neue Doku "Beslan – die Stadt der Engel" am 3. September. Alle im Film gezeigten Betroffenen erklärten sich bereit, ihre Erinnerungen zu teilen. Sie besuchten die zerstörte Schule, die heute eine Gedenkstätte ist, noch einmal und erzählten von ihren traumatischen Erlebnissen am Schauplatz der Tragödie. 

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