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Russland: Zoll beschlagnahmt nicht zugelassene Medikamente für todkrankes Kind und nimmt Mutter fest

Russland: Zoll beschlagnahmt nicht zugelassene Medikamente für todkrankes Kind und nimmt Mutter fest
Symbolbild
Eine Russin wurde Berichten zufolge sieben Stunden lang von Zollbeamten festgehalten, nachdem sie online ein in Russland nicht zugelassenes Medikament für ihren todkranken Sohn bestellt hatte.

Der zehnjährige Mischa, Sohn von Elena Bogoljubowa, leidet an der angeborenen Spielmeyer-Vogt-Krankheit. Der Junge wird durch ein Gastrostoma ernährt, kann weder sprechen noch laufen. Mischa werde häufig von Krämpfen gequält, schrieb Lida Moniava, die stellvertretende Leiterin des behandelnden Krankenhauses, auf Facebook. Mischas Schwester sei an derselben Erkrankung verstorben.

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Keines der in Russland zugelassenen Medikamente hatte ihm bei seinen Anfällen geholfen. Daher hatten Mischas Ärzte der Mutter empfohlen, ein in Russland nicht zugelassenes Psychopharmakon zu kaufen. In Deutschland ist das verschreibungspflichtige Medikament hingegen zugelassen und wird bei Angstzuständen oder Epilepsie angewendet.

Als Elena am 16. Juli zur Post ging, um ihre Bestellung abzuholen, wurde sie von zwei Zollbeamten empfangen, die ihr sagten, dass ihr Paket als Schmuggelware beschlagnahmt worden war. Anschließend wurde sie sieben Stunden lang verhört. Die Beamten ließen die Frau auch dann nicht nach Hause gehen, als sie erfuhr, dass ihr Sohn Magenblutungen hatte und Blut erbrach. Die Mutter wurde erst freigelassen, nachdem die Stiftung Vera, eine Wohltätigkeitsorganisation, sich mit der Angelegenheit an die russische Regierung gewandt hatte.

Die Zollbehörde erklärte, die Festnahme sei bei verdächtigen Paketen ein Routineverfahren. Der Inhalt des Pakets sei von Experten geprüft worden und diese hätten festgestellt, es handle sich um in Russland verbotene Betäubungsmittel. Die Substanz wurde beschlagnahmt und an das Innenministerium weitergeleitet, das über die Einleitung eines Strafverfahrens gegen die Frau entscheiden soll.

Da bestimmte nicht zugelassene Mittel für Patienten in Russland unerreichbar bleiben, "sind Zehntausende Eltern gezwungen, zu Verbrechern zu werden und das Risiko einzugehen, hinter Gittern zu landen, um ihren Kindern bei Anfällen zu helfen", schrieb Lida Moniava auf Facebook.

Online-Kommentatoren bezeichneten die Angelegenheit als absurd und kritisierten die Mängel in der Gesetzgebung des Landes. Nachdem die Nachricht den Kreml erreicht hatte, versprach dessen Sprecher Dmitri Peskow, dass der Kreml das Gesundheitsministerium auffordern werde, die Zulassung einiger Medikamente zu überdenken, um solchen Fällen vorzubeugen.

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