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Zankapfel des INF-Vertrages – Russland veröffentlicht technische Details des Marschflugkörpers 9M729

Zankapfel des INF-Vertrages – Russland veröffentlicht technische Details des Marschflugkörpers 9M729
Die maximale Reichweite des russischen landgestützten Marschflugkörpers 9M729 beträgt 480 km und entspricht dem INF-Vertrag, erklärte General Michail Matwejewski, Leiter der russischen Raketen- und Artilleriestreitkräfte, bei einem Briefing für Militärattachés und die Medien.

"Diese Reichweite wurde während des gemeinsamen strategischen Militärmanövers 'West-2017' bestätigt." General Matwejewski betonte, dass die Flugkörper der Typen 9M728 und 9M729 ausschließlich unter Werksbedingungen mit Sprengköpfen und mit Festtreibstoff-Kartuschen ausgestattet werden können. Dies macht eine nachträgliche Erhöhung ihrer Reichweite technisch unmöglich, so der Militär weiter:

"Die Masse des Treibstoffs begrenzt die konstruktionsbedingte maximale Reichweite der Flugkörper, vorgegeben durch die Anforderungen des [INF-]Vertrages. Sie werden in speziellen Containern an die Truppen geliefert. Eine Änderung des Treibstoffgewichts und eine Neuausstattung der Flugkörper mit Treibstoff sind unter Bedingungen des militärischen Betriebs unmöglich. Die Truppen können die Flugkörper nur lagern, sie auf Abschussvorrichtungen und Transport- und Lademaschinen in Bereitschaft halten und an ihnen Wartungsarbeiten nach den technischen Vorgaben durchführen."

Der Marschflugkörper stellt eine verbesserte Version des Vorgängers 9M728 dar, der neben ballistischen Kurzstreckenraketen ebenfalls Teil des Iskander-Raketensystems ist. Der General machte öffentlich, dass der Marschflugkörper 9M729 im Vergleich zum Vorgängermodell eine höhere Menge an Sprengstoff führt und über Zusatzausrüstung verfügt. Dies mache die Rakete um 53 Zentimeter länger. Als eine weitere Änderung ist, so Matwejewski, für das Führen und Abfeuern der 9M729 eine neue mobile Abschussvorrichtung vorgesehen, die nunmehr vier Flugkörper aufnimmt – je zwei Transport- und Abschusscontainer pro Startausleger der Maschine.

Zankapfel des INF-Vertrages – Russland veröffentlicht technische Details des Marschflugkörpers 9M729
Der Leiter der Artillerie- und Raketenstreitkräfte Russlands, Michail Matwejewski, präsentiert den neuen Marschflugkörper 9M729 des taktischen Raketensystems Iskander-M im Transport- und Abschussbehälter. Aufschrift auf der weißen Markierung: Bereich des Gefechtskopfes mit erhöhter Sprengkraft.

Der General präsentierte den anwesenden Militärattachés und Journalisten die Längen, die die Aggregate des neuen Marschflugkörpers 9M729 und seines Vorgängers 9M728 jeweils in den im Durchmesser gleichen Transport- und Abschusscontainern belegen. Der größere Sprengkopf (um 23 Zentimeter länger) und die zusätzliche Ausrüstung zur Flugbahnänderung (um 30 Zentimeter länger) erklären den Längenzuwachs des neuen Flugkörpers 9M729 und seines Transport- und Abschussbehälters im Vergleich zur Vorgängerversion vollständig.

Die NATO hat die Position der USA übernommen, laut der Russland gegen den INF-Vertrag verstoßen hat. Belege dafür hat das Militärbündnis jedoch nicht vorgelegt.

Im Oktober des Vorjahres erklärte US-Präsident Donald Trump den einseitigen Austritt der USA aus dem 1987 mit Russland unterzeichneten INF-Vertrag über das Verbot von landgestützten Raketensystemen mit Reichweiten von 500 bis 5.500 Kilometern in Europa. Als Anlass gab die US-Seite an, Russland verstoße gegen den INF-Vertrag, ohne dafür Belege vorzuweisen. Etwas später meldete sich US-Außenminister Mike Pompeo mit einem Ultimatum, in welchem er Russland zwei Monate gab, um die Flugkörper 9M729 auszumustern, die, wie in Washington behauptet wird, gegen Vorgaben des INF-Vertrages verstoßen würden.

Die USA schlugen eine Einladung Moskaus aus, das Waffensystem vor Ort zu inspizieren. Auch die Bundesregierung zeigt kein Interesse an dem russischen Vermittlungsvorschlag. Das heutige Briefing des russischen Militärs stieß auf großes Interesse. Rund 250 Journalisten nahmen daran teil, davon etwa 100 aus dem Ausland. US-Attachés hingegen haben die Präsentation boykottiert.

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Die Video-Agentur Ruptly hat die Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministeriums live übertragen. Sie wurde konsekutiv ins Englische übersetzt und kann hier angeschaut werden:

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