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Dollarfreies Geschäft: Deutsche Unternehmen in Russland fordern Alternative zum US-Zahlungssystem

Dollarfreies Geschäft: Deutsche Unternehmen in Russland fordern Alternative zum US-Zahlungssystem
Washingtons Anti-Russland-Politik hat sich als ineffektiv erwiesen, so die Einschätzung deutscher Unternehmen, die in Russland tätig sind. Außerdem sollen diese Firmen aufgrund des Sanktionsregimes mit größeren Schwierigkeiten konfrontiert sein.

Der Vorsitzende der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer Matthias Schepp hat die Ergebnisse der 16. Umfrage zum Geschäftsklima in Russland vorgestellt. Die Umfrage wurde von der Kammer und dem Ost-Ausschuss – Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft (OAOEV) – durchgeführt. Während der Präsentation erklärte Schepp:

Interaktive Abstimmung der Zuhörer bei der Podiumsdiskussion

Die neuen US-Sanktionen zielen eindeutig darauf ab, den USA wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen, auch auf Kosten der europäischen Unternehmen. […] Es ist an der Zeit, dass Russland und Europa gemeinsam nach einem Weg aus dem Sanktionsregime suchen.

Zwei Drittel der in Russland tätigen deutschen Unternehmen unterstützen die Idee, ein US-dollarfreies alternatives Zahlungssystem einzurichten, so OAOEV-Geschäftsführer Michael Harms. Er erklärte:

Wenn wir nicht wollen, dass die USA den Außenhandel der EU kontrollieren, müssen wir aktiver in diese Richtung denken.

Harms betonte, dass trotz aller Hindernisse das Potenzial der russischen Wirtschaft nach wie vor extrem groß sei. Wenn der Konflikt mit dem Westen endlich beigelegt wird und sich kleine und mittlere Unternehmen zu entwickeln beginnen, werde Russland schnell einen echten wirtschaftlichen Aufschwung erleben, so der OAOEV-Chef.

Schepp fügte hinzu:

Trotz der Schwierigkeiten zeigen deutsche Unternehmen deutlich ihr Engagement auf dem russischen Markt. Sie arbeiten gerne in Russland und wollen dort weiter investieren.

EU-Außenpolitikchef Mogherini und EU-Ratspräsident Tusk posieren mit dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko in Brüssel, 12. Dezember 2018.

Die deutsche Wirtschaftslobby kritisiert die EU-Sanktionen gegen Russland und argumentiert, dass deutsche Unternehmen die Verlierer sein werden, da Moskau nicht vollständig isoliert werden kann.

Im Jahr 2014 wurden von Brüssel Sanktionen gegen Moskau aufgrund der angeblichen Beteiligung Russlands am Konflikt im Osten der Ukraine eingeleitet. Die Strafmaßnahmen zielten auf den Finanz-, Energie- und Verteidigungssektor Russlands sowie auf einige Regierungsbeamte, Geschäftsleute und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ab.

Der Kreml reagierte mit einem Embargo gegen Agrarerzeugnisse, Lebensmittel und Rohstoffe aus Ländern, die sich den Sanktionen gegen Russland anschlossen. Seitdem verlängerten beide Seiten ihre Maßnahmen.

Der russische Außenminister Sergei Lawrow sagte zuvor, dass die europäischen Nationen die EU-Sanktionen gegen Russland "auf direkte Anweisung" aus Washington verhängten. Die Politik der Beschränkungen schade den USA zwar nicht, die EU erleide aber Milliardenverluste, so der Diplomat.

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