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Deutsche Reisegruppe nach Russland: Russen wollen Frieden und gute Beziehungen mit uns

Deutsche Reisegruppe nach Russland: Russen wollen Frieden und gute Beziehungen mit uns
"Mutter Heimat" in Wolgograd, 2018.
RT Deutsch hat mit einer Gruppe deutscher Reisender gesprochen, die anlässlich des 75. Jahrestages des Sieges in der Schlacht um Stalingrad die Stadt besuchten. Sie waren begeistert von dem, was sie erlebt hatten. Die nächste Reise ist schon geplant.

Wir sprachen mit Gisbert Graff, Vertreter des Arbeitskreises Kultur- und Bildungsreisen der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde, über die Erfahrungen der Reisegruppe sowie auch politische Implikationen. Rund 40 Personen folgten der Einladung des Oberbürgermeisters von Wolgograd, Andrej Kossolapow, zu einem mehrtägigen Besuch der Stadt im Oktober 2018, im Jahr also des 75. Jubiläums des großen Sieges der Roten Armee bei der Schlacht um Stalingrad. Dabei besuchte die deutsche Reisegruppe unter anderem den berühmten Mamajew-Hügel mit der Statue "Mutter Heimat" und konnte mit Kriegsveteranen und Duma-Abgeordneten sprechen. Die Veteranen, so Graff in einer schriftlichen Dokumentation der Reise, "brachten zum Ausdruck, nicht gegen das deutsche Volk gekämpft zu haben, sondern gegen den Faschismus." Das Gespräch führte Hasan Posdnjakow.

Welche Höhepunkte gab es während Ihrer Reise nach Wolgograd?

Es war ja nicht irgendeine Reise, sondern diese Reise fand anlässlich des 75. Jahrestages der Schlacht um Stalingrad statt. Da wollten wir uns selbstverständlich etwas näher mit der Geschichte befassen und haben uns sehr gefreut, dass wir uns mit Kriegsveteranen und Vertretern des russischen Parlaments treffen konnten. Das war der absolute Höhepunkt der Reise. Wir erfuhren viel Neues über die Geschichte und die Schlacht von Stalingrad.

Welchen Eindruck hatten Sie von Russland allgemein und insbesondere von Wolgograd?

Zunächst war unsere Freude sehr groß, dass wir von den Dumavertretern und dem Oberbürgermeister von Wolgograd jede Unterstützung während unserer Reisevorbereitungen erhielten. Wir hatten nicht viel erwartet, sondern uns gefreut, überhaupt nach Wolgograd fahren zu können. Dort konnten wir dann feststellen, dass alles - egal ob Straßen oder Plätze von Wolgograd - noch an die Schlacht erinnert: Die Straße der Kosmonauten, der Platz der Kämpfer. Das alles konnten wir während einer Stadtrundfahrt durch Wolgograd erleben.

Wie wurden Sie von den Russen empfangen?

Nicht nur am Willkommen, auch während unseres ganzen Aufenthaltes haben wir gespürt, dass die Russen sehr daran interessiert sind, die Beziehungen zu Deutschland zu pflegen und weiter zu entwickeln. Es geht dabei, das sagen sie ganz offen, um die Erhaltung des Friedens. Man kann, wenn man den Frieden weiter erhalten will, die Beziehungen nur von unten nach oben entwickeln. Das bedeutet: Die deutsche Zivilgesellschaft muss den Durchbruch zur Zivilgesellschaft nach Russland gegenüber der deutschen Politik durchsetzen und alle Kräfte dafür einsetzen.

Welche Bedeutung hat der Sieg bei Stalingrad und hat überhaupt die Aggression des Nazi-Regimes gegenüber der Sowjetunion heutzutage, angesichts der westlichen Politik gegenüber Russland?

Es ist beschämend, was wir heute erleben müssen. Russland musste die größten Opfer beklagen. Heute müssen wir jedoch feststellen, dass die NATO Truppen vor der Grenze zu Russland stationiert hat.

Wenn Sie jetzt sehen, dass auch wieder deutsche Truppen vor der russischen Grenze stehen, was empfinden Sie dann als ein ehemaliger Bürger der DDR, in der die Freundschaft zur Sowjetunion im Mittelpunkt stand?

Das erinnert uns natürlich an unsere Geschichte, an unsere Vergangenheit sehr, sehr stark. Jeder weiß, dass die Beziehungen zur Sowjetunion zu DDR-Zeiten in der Verfassung verankert war. In der Verfassung wurde festgelegt, wie die Beziehungen zur Sowjetunion zu pflegen sind. Und man erinnert sich dann auch daran, wie gut die Beziehungen wirklich waren. Ich denke da zum Beispiel an die Freundschaftszüge, wo viele Tausende Jugendliche nach Moskau, nach Russland gefahren sind. Ich denke zum Beispiel an die Menschen, die in der Sowjetunion studiert haben. Leider weist man auf diese Geschichten nicht mehr hin.

In den Mainstream-Medien wird oft eine angebliche Feindschaft der Russen gegen den Westen ausgemacht. Haben Sie von dieser Feindschaft irgendetwas mitbekommen?

Von dieser angeblichen Feindschaft Russlands zu Deutschland haben wir nichts mitbekommen. Auf keinen Fall. Aber umgekehrt: Wir haben mitbekommen, wie der Westen Russland auf allen Ebenen wirklich bestimmen und bestrafen will, mit Sanktionen und Verleumdungen. Darüber sind natürlich die Russen sehr betrübt und verärgert.

Wie wollen Sie die heutige deutsche Jugend mit dem Thema 'Russlands Rolle im Zweiten Weltkrieg' erreichen?

Wer die Geschichte nicht kennt, kann die Zukunft nicht gestalten. Jetzt geht es darum, unseren jungen Menschen die Geschichte zu vermitteln, auch die Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. Da muss man auch vermitteln, wie die Sowjetunion uns beim Aufbau in der DDR unterstützt hat. Dabei sind wir verpflichtet, Russland zu helfen. Aber das ist sehr schwer. Es gibt keinen Jugendverband mehr, es gibt keine Jugendvereine mehr, die sich dieser Sache annehmen. Deswegen können wir uns nur darauf berufen, dass wir Ältere versuchen, die Geschichte unseren jungen Menschen beizubringen. Auch deshalb haben wir diese Flugreise unternommen und uns vorgenommen, die Geschichte vor Ort näher kennenzulernen, um auch das den Jungen zu übermitteln.

Inzwischen werden einige grundlegende Fakten zum Zweiten Weltkrieg in der hiesigen Presse in Frage gestellt. In den 1980er Jahren etwa wurde debattiert, ob der Einmarsch der Wehrmacht in die Sowjetunion nicht ein Präventivschlag gewesen sei. Was denken Sie angesichts Ihrer Reise nach Wolgograd über solche Art Geschichtsklitterung?

Die Geschichtsklitterung, die westliche Politiker versuchen, ist Absicht. Es passt zu ihren sonstigen Ambitionen, die Geschichte Russlands während des Großen Vaterländischen Krieges falsch darzustellen und zu verleumden. Wir haben festgestellt - vor allem während unseres Besuchs auf dem Mamajew-Hügel - wie aller Ehren würdig dieses Denkmal ist. Da wurde "Die Träumerei" von Schumann intoniert. Das war für uns sehr bewegend. Auch da mussten wir feststellen, dass mit manchem, was jungen Menschen heute beigebracht wird, die Wahrheit verleumdet wird. Die Russen versuchen, uns ganz offen und ungeschönt zu vermitteln, wie die Geschichte damals wirklich verlaufen ist.

Haben Sie schon neue Reisepläne?

Ja. Der Wunsch, die Beziehungen zu Russland weiter zu pflegen, ist in unserem Arbeitskreis sehr ausgeprägt. Hinzu kommt, dass wir im Jahr 2018 nicht alle mitnehmen konnten. Deswegen haben wir uns entschlossen, auch im Juni 2019 diese Flugreise nach Wolgograd noch einmal zu wiederholen. Ich kann heute erklären, dass sich nur aufgrund von Mund-zu-Mund-Propaganda in diesem Jahr dafür schon bereits 30 Personen gemeldet haben.

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