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Moskau: Britische Cyberwaffen keine Gefahr - Russland ist gegen jede Art von Angriffen gewappnet

Moskau: Britische Cyberwaffen keine Gefahr - Russland ist gegen jede Art von Angriffen gewappnet
Computerkabel, London, Großbritannien, 15. März 2017.
Großbritannien will über Cyberwaffen verfügen, die in der Lage sind, die zentrale Infrastruktur eines Landes zu zerstören. Auch Russland steht im Visier der Briten. Doch Der russische Vize-Außenminister sieht sein Land gegen britische Angriffe gut gewappnet.

Der stellvertretende russische Außenminister, Oleg Syromolotow, sagte in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS

Ich weiß nichts hierzu (zu der Möglichkeit britischer Cyberangriffe). Aber sollten sie dies versuchen, werden wir mit harschen Maßnahmen Vergeltung üben. Wir sind bereit, sie (die britischen Cyberangriffe) zu vergelten. 

Die Basilius-Kathedrale auf dem Moskauer Roten Platz während der weltweiten Aktion

Der erste bekanntgewordene internationale Cyberangriff mit nachweislich negativen Auswirkungen auf eine fremde Infrastruktur erfolgte mit dem vermutlich israelischen Computervirus Stuxnet. Dieser Virus griff systematisch iranische Zentrifugen zur Anreicherung von Uran-Isotopen an. Der Virus WannaCry war der bislang größte Angriff in Großbritannien. Dieser Angriff wurde Nordkorea zugeschrieben.

In einer offiziellen Bekanntmachung an das Geheimdienstkomitee (ISC), dem Watchdog unter dem Vorsitz des ehemaligen Generalstaatsanwalts Dominic Grieve, berichtete die für Spionagefähigkeiten zuständige Regierungsbehörde GCHQ, dass die Ziele beim Ausbau der Cyberwar-Fähigkeiten übertroffen wurden. Das Cyberwaffen-Arsenal wurde um fast doppelt so viele Offensiv-Fähigkeiten erweitert.

Grieve nannte im Einzelnen Russland, China und den Iran als "staatliche Akteure", die in der Lage seien, Cyberangriffe durchzuführen. Ihre Cyberangriffe seien in der Vergangenheit lediglich durch "diplomatische und geopolitische Konsequenzen beschränkt worden, wenn ihre Aktivitäten öffentlich wurden." Dies aber hätte sich gewandelt:

Jüngste russische Cyberaktivitäten scheinen zu implizieren, dass dies nicht mehr länger der Fall ist.

Die NATO ist sich zwar darüber einig, dass ein Cyberangriff den Bündnisfall auslösen könnte. Oft aber stützen sich die Schuldzuweisungen eines Angriffs im Cyberspace nur auf Vermutungen. Es ist schwer nachzuweisen, wer der Verursacher eines Cyberangriffs ist. Umgekehrt konnten die Briten ihre eigenen Cyberwaffen jedoch gegen den IS in Syrien und im Irak offenkundig testen. Mit ihren Schadprogrammen versuchten sie, die Kommunikation zwischen den Islamisten zu stören.

Die Briten sind sich sicher, dass es nur die Frage sei, "wann" und nicht "ob" ein groß angelegter Cyberangriff erfolgen würde. Der Leiter des britischen Cybersicherheitszentrums bei der GCHQ, Ciaran Martin:

Ein Angriff wird durchkommen. Was man (zu diesem Zeitpunkt) machen muss, ist, den Schaden eingrenzen. (...) Was wir bislang von Russland gegen Großbritannien gesehen haben, ist eine Reihe von Eingriffen für die Spionage und mögliche Vorpositionierung in Schlüsselsektoren, aber in einer kontrollierteren Form des Angriffs als von anderen. 

Russlands Premierminister Dmitri Medwedew vor dem Moscow Financial Forum 2018 (6. September)

Skripal-Affäre hätte Cyberkrieg auslösen können 

Im Rahmen der Skripal-Affäre wurde in London diskutiert, ob ein Cyberangriff auf Russland eine angemessene Reaktion sei. Die britische Regierung warf bekanntlich Russland vor, den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet zu haben. Die Briten blieben Moskau Beweise schuldig. Warnungen kamen vom Geheimdienst- und Sicherheitskomitee. Dessen Mitglied Keith Simpson: 

Die Russen verfügen über große Fähigkeiten in dieser (Cyberfront), sowohl staatlich organisierte Agenturen plus alle Mafia-Elemente, die mit ihnen verbunden sind. 

Russland würde sich daher rächen, so Simpson. Ein britischer Angriff auf russische Ziele wäre damit keine einmalige Angelegenheit. Man müsste damit weitermachen. Ein Ende wäre nicht in Sicht. 

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