Russische Bildungsministerin: Französisches Handy-Verbot in Schulen ist ein richtiger Schritt

Russische Bildungsministerin: Französisches Handy-Verbot in Schulen ist ein richtiger Schritt
Das französische Verbot von Mobiltelefonen in Schulen ist richtig, sagte die russische Bildungsministerin und fügte hinzu, dass die russischen Behörden ein Gespräch mit den Eltern der Schüler suchen würden, bevor sie ähnliche Schritte unternehmen.

Ich denke, das ist das Richtige. Es ist richtig, die Sinnhaftigkeit solchen Verhaltens in Frage zu stellen, denn in der zweiten, dritten oder vierten Klasse brauchen Kinder während des Unterrichts wohl kaum Smartphones",

zitierte die Nachrichtenagentur RIA Nowosti Olga Wasiljewa am Dienstag.

Die Ministerin erklärte gegenüber den Journalisten außerdem, dass die französischen Maßnahmen für sie persönlich nicht überraschend seien, da Deutschland und Japan zuvor ähnliche Verbote in ihren Schulen eingeführt hätten.

Pauken statt Chatten: Frankreichs Parlament beschließt Handyverbot in Schulen (Symbolbild)

Wasiljewas Kommentare kamen kurz nachdem das französische Parlament einen Gesetzentwurf verabschiedete, wodurch die Benutzung von Mobiltelefonen und anderen elektronischen Geräten durch Schüler in Grund- und Sekundarschulen vollständig verboten ist.

Gleichzeitig betonte Wasiljewa, dass russische Behörden die Meinungen der Eltern berücksichtigen werden, bevor sie ein ähnliches Verbot von Mobiltelefonen für Schulkinder vorbereiten.

Mehr zum Thema - Umfrage: Russen mehrheitlich für Entzug von Elternrechten bei Sektenbeitritt und Extremismus

Die Meinungen der Eltern laufen im Allgemeinen darauf hinaus, dass Kinder das Telefon als Kommunikationsmittel brauchen, es aber während des Unterrichts kaum benutzen müssen", erklärte sie.

Anfang Juli hatten Abgeordnete der Mehrheitsfraktion Einiges Russland im Parlament einen Gesetzentwurf erarbeitet, der es Eltern und Rettungsdiensten ermöglicht, zwecks schnellerer Einleitung einer Suche die Standortdaten von Mobiltelefonen vermisster Kinder ohne Gerichtsbeschluss zur Verfügung zu stellen. Der Antrag wurde bereits vom Kommunikationsministerium und dem Innenministerium sowie von der Generalstaatsanwaltschaft, dem Untersuchungsausschuss, dem Justizministerium und von Parlamentsexperten genehmigt.

Mitte 2017 entwarf ein Abgeordneter der Regierungspartei einen Gesetzentwurf, der alle sozialen Netzwerkplattformen - sowohl russische wie auch ausländische - dazu verpflichtet, Nutzer unter echten Namen zu registrieren und ihre Identität anhand von Passdaten zu überprüfen. Der Entwurf verbietet somit auch Kindern unter 14 Jahren die Nutzung sozialer Netzwerke, da russische Staatsbürger erst mit 14 einen Pass erhalten. Der parlamentarische Ausschuss für Familie, Frauen und Kinder lehnte den Gesetzentwurf jedoch mit dem Hinweis auf seine Komplexität und die hohen Umsetzungskosten ab.

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen