Pussy Riot wegen illegalen Tragens von Uniformen bei Sturm auf Spielfeld während WM-Finale angeklagt

Pussy Riot wegen illegalen Tragens von Uniformen bei Sturm auf Spielfeld während WM-Finale angeklagt
Ein Moskauer Richter hat vier Mitglieder von Pussy Riot wegen des illegalen Tragens von Polizeiuniformen angeklagt, nachdem sie während des WM-Finales als Polizisten verkleidet auf das Feld gestürmt waren.

Die Entscheidung wurde am Freitag vom Magistrat im Moskauer Stadtteil Chamowniki getroffen, dem Standort des Luschniki-Stadions, in dem am 15. Juli das WM-Finale zwischen Kroatien und Frankreich stattfand. Das Spiel musste damals kurzzeitig unterbrochen werden, weil vier Mitglieder von Pussy Riot als Polizisten verkleidet auf das Feld gerannt waren. Später erklärten die Aktivisten, dass ihre Aktion darauf ausgerichtet gewesen sei, die Not von vermeintlichen "politischen Gefangenen" hervorzuheben.

Am 16. Juli entschied das Bezirksgericht Chamowniki, dass sich die Demonstranten einer zivilrechtlichen Straftat schuldig machten, die als "Verletzung des Zuschauerrechts während einer Sportveranstaltung" bezeichnet wird, und stellte sie für 15 Tage unter zivile Haft. Das Gericht verbot den vier Aktivisten außerdem für drei Jahre die Teilnahme an Sportveranstaltungen auf russischem Territorium. Die Verteidiger wollen gegen dieses Urteil Berufung einlegen.

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In Russland ist die illegale Verwendung von Uniformen und Abzeichen staatlicher Strafverfolgungsbehörden und paramilitärischer Organisationen eine zivilrechtliche Straftat, die mit Geldbußen von bis zu 1.500 Rubel (etwa 20 Euro) und der Beschlagnahme der Uniformen gefahndet wird.

Drei der Verdächtigen werden am 23. Juli und einer am 25. Juli diesbezüglich vor Gericht gestellt, so einer der Verteidiger der Gruppe gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax.

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