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Wurden Gulag-Aufzeichnungen heimlich vernichtet? Vize-Innenminister widerspricht Medienberichten

Wurden Gulag-Aufzeichnungen heimlich vernichtet? Vize-Innenminister widerspricht Medienberichten
Eröffnung der Ausstellung für Opfer politischer Repressionen in Moskau
Gulag-Dokumente würden nach strengen Vorschriften "für immer aufbewahrt", so der Vize-Innenminister Russlands. Die Aussage erfolgte inmitten von Medienberichten, dass Gefangenenaufzeichnungen angeblich gemäß einem geheimen Befehl vernichtet worden seien.

Ein russisches Museum, das sich mit der Geschichte der Gulag-Gefangenenlager beschäftigt, die bis 1960 in der Sowjetunion existierten, soll erfahren haben, dass Häftlingsunterlagen vernichtet werden. Die Story wurde zunächst von der Tageszeitung Kommersantgebracht und sofort von anderen russischen und westlichen Medien aufgegriffen.

Dabei handelt es sich um die "Registrierungskarten", die die persönlichen Daten der Gulag-Häftlinge sowie Informationen über die Bewegung zwischen den Lagern und die Entlassung aus dem Zwangsarbeitslager enthalten. Für diejenigen, die im Gulag starben, hatten die Behörden eine spezielle Akte, die zur dauerhaften Aufbewahrung ins Archiv geschickt wurde. Die Karten der Überlebenden sind oft die einzige Informationsquelle über ihr Schicksal für die Angehörigen.

Unter Berufung auf den Direktor des Museums Roman Romanow berichteten russischsprachige Medien, einer der Forscher des Gulag-Museums habe behauptet, dass eine solche Karte fehle. Als die Behörden der Region Magadan nach dem entsprechenden Unterlagensatz gefragt wurden, soll ein lokaler Zweig des Innenministeriums erklärt haben, das Dokument sei 2014 aufgrund einer vertraulichen Anordnung vernichtet worden. Diese Anordnung soll Medienberichten zufolge von mehreren russischen Ministerien und Diensten, darunter dem Innenministerium, dem Justizministerium und dem Verteidigungsministerium, unterzeichnet worden sein und die Vernichtung der Karten der ehemaligen Insassen, nachdem sie das 80. Lebensjahr erreicht hätten, erlaubt haben. Weder der Inhalt des Dokuments aus dem Jahr 2014 noch sein genauer Wortlaut wurden veröffentlicht, sodass diese Punkte unklar bleiben.

Romanow hat sich bereits an Michail Fedotow, den Vorsitzenden des Menschenrechtsrates des russischen Präsidenten, gewandt. Die Frage wurde außerdem auf der Sitzung des Menschenrechtsrates am 8. Juni angesprochen. Während der Sitzung erklärte der stellvertretende russische Innenminister Igor Subow, dass die Registrierungskarten unter strengen Vorschriften stünden und für immer aufbewahrt würden.

In einem Interview mit der Online-Plattform Lenta.ru sagte der Leiter des Gulag-Museums, dass er glaube, dass der Fall nur ein administrativer "Kasus" sei, und fügte hinzu:

Ich denke nicht, dass man hier von einer Kampagne sprechen kann. Die Erinnerung an Stalins Repressionen bleibt für unsere Gesellschaft immer noch so schmerzhaft, dass es niemandem in den Sinn kommt, Archivdokumente zu vernichten. Außerdem haben wir ein Konzept der Staatspolitik zur Verewigung der Erinnerung an die Opfer politischer Repression. Letztes Jahr wurde die 'Mauer der Trauer' sogar vom Präsidenten selbst eröffnet.

Was in Magadan geschehen ist, ist der erste derartige Fall in Hunderten von ähnlichen Anfragen", teilte er weiter mit.

In dem Interview sprach er davon, dass das Museum sich regelmäßig mit solchen Aufzeichnungen beschäftige und zuvor mit allen notwendigen Aufzeichnungen versorgt worden sei. Politische Repressionen sind in Russland nach wie vor ein sehr sensibles Thema. Es gibt keine genauen Zahlen darüber, wie viele Personen damals inhaftiert waren. Romanow schätzt die Zahl der Menschen, die das Gulag-System durchlaufen haben, auf 20 Millionen.

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