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Hochrisikoberuf Zar? Wie die Autokraten der Romanow-Dynastie lebten und starben

Hochrisikoberuf Zar? Wie die Autokraten der Romanow-Dynastie lebten und starben
Die Romanows auf der Feier zum dreihundertjährigen Jubiläum ihrer Herrschaft.
Russlands Geschichte ist untrennbar mit den Romanows verbunden. Diese regierten das Land zwischen 1613 und 1917. Während vor allem die Hinrichtung des letzten Zaren weltweit bekannt ist, war Nikolaus II. nicht der einzige Romanow, dessen Leben tragisch endete.

Das Geschlecht der Romanows, das zum russischen Uradel gehört, gelangte erstmals Mitte des 16. Jahrhunderts zu größerer Prominenz, als die Romanow-Tochter Anastassija Sacharina-Jurjewa den russischen Herrscher Iwan IV. - besser bekannt als "der Schreckliche" - heiratete. Dieser nahm im Jahr 1547 den Titel "Zar" an. Somit wurde Anastassija zur ersten Zarin. Sie gebar ihm mehrere Kinder.

Friedrich Paulus, im Januar 1942 zum General befördert, als Oberbefehlshaber der 6. Armee.

Doch die Annäherung an die Machtzentrale des russischen Reiches brachte der Familie nicht nur Erfreuliches. Es zeigte sich, dass das Leben im Zentrum des politischen Geschehens auch sehr gefährlich sein kann. So schlug Zar Iwan während eines heftigen Streits seinen Sohn mit einem Zepter auf den Kopf. Wenige Tage später starb er. Sein jüngerer Bruder Fjodor, dessen Mutter ebenfalls Anastassija war, folgte Zar Iwan nach seinem Tod auf den Thron.

Als Fjodor im Jahr 1598 kinderlos starb, erlosch die bisherige Herrscherdynastie der Rurikiden. Zunächst konnte sich der Usurpator Boris Godunow nach einem langen politischen Kampf gegen die Romanows als Zar etablieren. Daraufhin ließ er die Mitglieder der konkurrierenden Dynastie in die entfernen Gebiete im Norden und Osten des Landes deportieren. Dort erwarteten sie Hunger und Tod. Das Familienoberhaupt Fjodor Nikititsch Romanow wurde gezwungen, ein Mönch zu werden.

Boris Godunow war der erste moskowitische Herrscher, der nicht dem Rurikiden-Geschlecht entsprang. Doch Russland steckte in einer tiefen Krise. Godunow hatte viele russische Adlige sowie die Landbevölkerung durch eine Reihe von Reformen gegen sich aufgebracht. Zudem vermutete man, dass er in diverse Ermordungen politischer Rivalen verstrickt war. Nachdem er im April 1605 starb, konnte sich sein Sohn nur zwei Monate an der Macht halten. Im Juni desselben Jahres ermordeten ihn russische Adlige.

Schon seit einiger Zeit waren mehrere Hochstapler aufgetaucht, die erklärten, sie seien Söhne des verstorbenen Zaren Iwan. Einige dieser falschen Prinzen konnten sich dank der militärischen Intervention ausländischer Kräfte kurzfristig etablieren. Sie verbündeten sich mit den Romanows, um ihre Legitimität zu erhöhen. In dieser "Zeit der Wirren" wurde das Romanow-Oberhaupt Fjodor Nikititsch zum Patriarchen Moskaus. Usurpatoren, Hochstapler und ausländische Könige stritten sich um die Krone Russlands.

Erst die Wahl Michail Fjodorowitsch Romanows zum russischen Zaren im Jahr 1613 beendete diese große Anarchie. Michail war ein Sohn des Patriarchen Fjodor Niktitsch. Somit gelang es der Romanow-Dynastie, nach mehreren Jahrzehnten wieder die Macht in Russland zu übernehmen. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte konnte die Familie ihre Herrschaft zugleich im Inneren des Landes ausbauen als auch die Grenzen Russlands ausweiten, vor allem im Osten.

Lenin und Stalin im Dorf Gorki.

Mit dem Tod Peters II. im Jahr 1730 erlosch die Romanow-Dynastie jedoch im Mannesstamm. Zunächst wurde Anna, eine Nichte Peters des Großen, zur Zarin. Sie regierte Russland bis zu ihrem Tod im Jahr 1740. Der neue Zar, Iwan VI., ein Urenkel des Bruders von Peter dem Großen, wurde zwar zum Zaren gekrönt, obwohl er noch ein Säugling war, konnte sich aber nur knapp ein Jahr halten. Im Dezember 1741 führte Elisabeth, eine Tochter Peters des Großen, eine Palastrevolution an. Sie ließ den gestürzten einjährigen Zaren einkerkern.

Als Elisabeth im Jahr 1762 starb, bestieg zunächst Peter III., ein Neffe Elisabeths, den Thron. Doch dieser machte sich innerhalb nur weniger Monate durch seine radikal pro-preußische Politik unbeliebt - damals tobte der Siebenjährige Krieg zwischen Preußen und einer österreichischen Allianz, zu der Frankreich und Russland gehörten. Im Juli 1762 stürzte ihn seine eigene Frau und ließ ihn ermorden. Sie ist in die Geschichte als Katharina die Große eingegangen.

Im Jahr 1764 stürmten einige russische Offiziere die Festung, in der sich der seit mehr als zwanzig Jahren eingekerkerte ehemalige Zar Iwan VI. befand. Sie wollten ihn befreien. Daraufhin ermordeten ihn seine Bewacher, wie ihnen in geheimen Anweisungen schon zuvor befohlen wurde.

Doch das schlechte Glück der Romanows - seit dem Tod Peters II. im Mannesstamm Teil der deutschen Herzogsdynastie Holstein-Gottorp - nahm damit kein Ende. Der Sohn Katharinas, Paul I., der zwischen 1796 und 1801 herrschte, wurde zum Opfer einer Verschwörung der Adligen. Im März 1801 ermordete ihn eine Gruppe aus dem Dienst entlassener Offiziere. 

Sein Enkel, Alexander II., russischer Zar von 1855 bis 1881, wurde zum Ziel mehrerer Attentatsversuche revolutionärer Gruppen. Der letzte Attentat im März 1881 war erfolgreich. Erst warfen die Attentäter eine Bombe auf die Kutsche des Zaren. Diesen Versuch überlebte Alexander II., da die Kutsche schusssicher war - ein Geschenk des französischen Kaisers. Der erste Attentäter wurde gefasst. Doch warf ein weiterer Revolutionär eine Granate auf den Zaren. Dieser Explosion konnte der russische Zar nicht entkommen. Er starb nur kurze Zeit später.

Auch sein Sohn Alexander III. wurde zum Ziel der Revolutionäre. Lenins älterer Bruder war in eine dieser Verschwörungen verwickelt und wurde hingerichtet. Allerdings konnte Alexander III. die Attentate überleben und starb im Jahr 1894 an einer Nierenerkrankung.

Daraufhin bestieg Nikolaus II. den Zarenthron. Er herrschte bis zur Februarrevolution im Jahr 1917. Anschließend wurde er von der neuen provisorischen Regierung verhaftet. Die Situation seiner Familie verschlechterte sich Ende 1917 dramatisch, nachdem die Bolschewiki die Macht übernommen hatten. Als sich im Juli 1918 konterrevolutionäre Aufständische der Stadt Jekatarinburg, wo die Zarenfamilie inhaftiert war, näherte, entschloss sich der lokale Sowjet dazu, die Romanows hinzurichten. Am 17. Juli 1918 töteten sowjetische Soldaten den Zaren, seine Frau, ihre fünf Kinder sowie einige ihrer Begleiter. Damit endete die mehr als dreihundertjährige Geschichte der Herrscherdynastie Romanow.

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