Timelines: Die Kandidaten zur Präsidentschaftswahl seit Gründung der Russischen Föderation (Videos)

Timelines: Die Kandidaten zur Präsidentschaftswahl seit Gründung der Russischen Föderation (Videos)
Die Kandidaten der Präsidentschaftswahl in Russland sind teilweise schon sehr lange in der Politik des Landes aktiv. In den Timeline-Clips werden die verschiedenen Kandidaten im Laufe der letzten drei Jahrzente porträtiert und so mancher Zusammenhang, der Russen ganz klar erscheint, aufgezeigt.

Die frühen Neunzigerjahre

Die Tage der roten Supermacht sind gezählt, und Veränderung liegt in der Luft. Einige der künftigen Kandidaten nutzen die Möglichkeiten und beginnen, die politischen Strömungen in einem zerfallenden Staat zu erforschen.

Boris Jelzin ist Präsident und Wladimir Putin noch Berater des St. Petersburger Bürgermeisters Anatoli Sobtschak, der Vater der heutigen Kandidatin Xenija Sobtschak, die damals noch ein Kind war. Wladimir Schirinowski befindet sich im Epizentrum der russischen Politik und bringt es in nur drei Jahren zum Präsidentschaftskandidaten, und Grigori Jawlinski wird unter anderem mit seinem Plan, innerhalb von 500 Tagen die freie Marktwirtschaft einzuführen, zum Publikumsliebling.

Die späten Neunzigerjahre

Die wilden Neunziger sind in vollem Gange. Geld, das vorher nicht allzu viel bedeutete, bedeutet nun alles. Gangster, Massenverarmung, Krieg und erste Raves verschmelzen zu Russlands dekadentester Epoche, in der alles zu haben ist.

Waldimir Putin verlässt St. Petersburg, um seine Karriere in Moskau, in der Verwaltung des Präsidenten zu beginnen. Ein Jahr später wird er bereits Russlands Premierminister. Seine zukünftige politische Rivalin, Xenija Sobtschak, ist noch ein Teenager. Sie macht ihre ersten Schritte im Unterhaltungsfernsehen. Am Ende des Jahrtausends beginnt sie, Internationale Beziehungen an einer der führenden Universitäten des Landes zu studieren.

Grigori Jawlinski bekommt hingegen die dunkle Seite der Neunziger in Russland zu spüren: Sein Klavier spielender Sohn wird entführt, drei seiner Finger werden abgeschnitten und in einem Umschlag an Jawlinski geschickt. Als Mahnung, er solle sich aus der Politik zurückziehen. Seitdem leben seine beiden Söhne in London.

Wladimir Schirinowski erlangt wahre Professionalität darin, im Medienmittelpunkt zu stehen. Mit regelmäßigem Schlagabtausch, Wodka-Werbung und Filmrollen.

Der zukünftige Erdbeer-König Pawel Grudinin beginnt damals gerade erst in der regionalen Politik.

Die Nullerjahre

An Silvester 1999 tritt Präsident Boris Jelzin unerwartet zurück. Dann übernimmt Wladimir Putin als Interimspräsident der Russischen Föderation. Im März 2000 gewinnt der 47 Jahre alte Putin, zu dieser Zeit im Vergleich zu seinen Konkurrenten politisch relativ unerfahren, die Wahl zum Präsidenten. Das Land beginnt das neue Jahrtausend mit einem neuen Gesicht an der Staatsspitze.

Grigori Jawlinski, der bei der Wahl im Jahr 2000 Dritter wird, ist in den Nullerjahren als Duma-Abgeordneter aktiv und steht an der Spitze der liberalen Partei Jabloko. Er gehört auch zu den Verhandlungsführern, die versuchen, einen Deal mit tschetschenischen Terroristen auszuhandeln, die das Moskauer Dubrowka Theater besetzten und die Zuschauer und Schauspieler als Geiseln nahmen, als dort eine gut besuchte Musicalaufführung stattfand. In den folgenden Jahren geht es mit seiner politischen Karriere eher abwärts. Seine Partei verliert Sitze in der Duma und zwingt ihn dazu, bei der Wahl 2004 nicht mehr zu kandidieren.

Wladimir Schirinowski hat an beinahe jedem Wahlkampf als Kandidat teilgenommen, nimmt an der Wahl 2004 aber ebenfalls nicht teil. Seinem politisches Image als exzentrischer Hitzkopf entsprechend, erlaubt er es seinem ehemaligen Personenschützer, an seiner Stelle zur Wahl anzutreten.

Zu dieser Zeit ist Sobtschak noch weit entfernt von der Politik. Sie baut sich ein skandalöses Image als russische Paris Hilton auf.

Pawel Grudinin, der heutige Kandidat der Kommunisten, ist damals noch bei einer anderen Partei. Während des Wahlkampfs im Jahr 2000 unterstützte er Putin und wurde später Mitglied der Partei Einiges Russland.

Die 2010er Jahre

Die Nuller sind offiziell vorbei, und die Zehner beginnen mit den größten Massenprotesten, die Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion gesehen hat. Xenija Sobtschak, das It-Girl der Nullerjahre, ist unter denen, die ihren Ärger über die angeblich gefälschten Wahlen kundtun. Die entstehende Protestbewegung zieht eine andere Oppositionsfigur zurück in die Politik: Grigori Jawlinski. Er kehrt wieder an die Spitze der Jabloko-Partei zurück und schließt sich den Protestierenden an, die nun eine bunte Truppe aus Liberalen, Kommunisten, Nationalisten und anderen darstellen. Sie alle eint der Wunsch nach einer Systemänderung, bei der Wahl der Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, scheiden sich jedoch die Geister. Wladimir Schirinowski, der hitzköpfige Anführer der LDPR, ist auch bei den Protesten dabei. Im März 2012 gewinnt Wladimir Putin die russische Präsidentschaftswahl mit einer niedrigeren Stimmenprozentzahl als zuvor und tritt seine dritte Amtszeit an. Die Krise in der Ukraine, der Kampf gegen den Terrorismus in Syrien, der Schlagabtausch mit dem Westen über Sanktionen und die daraus resultierenden schlechten Beziehungen mit den USA und dem Westen insgesamt machen diese Amtszeit nicht gerade zu seiner leichtesten.

Pawel Grudinin arbeitete fast zwei Jahrzehnte zuvor noch für Putin. Doch inzwischen hat er sich der Kommunistischen Partei (KPRF) zugewandt. Der erfolgreiche Geschäftsmann und Inhaber von Erdbeerfeldern wurde bald als der "rote Kapitalist" bezeichnet.

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