Flugzeugabsturz bei Moskau: Angehörige der Unfallopfer – Und einer kam davon

Flugzeugabsturz bei Moskau: Angehörige der Unfallopfer – Und einer kam davon
Ein Teil der Antonov AN-148 (Saratov Airlines), die am 11. Februar nach dem Start vom Moskauer Flughafen Domodedovo verunglückte, am Absturzort außerhalb Moskaus.
Nach dem Absturz der An-148-Maschine am 11. Februar mit insgesamt 71 Insassen an Bord ist die Ursache der Katastrophe noch unklar geblieben. Inzwischen hat RT mit den Angehörigen der Verstorbenen gesprochen. Manche von ihnen können es immer noch nicht begreifen, dass ihre Freunde, Verwandten und Kollegen nicht mehr am Leben sind.

Artjom Antonow über seinen ehemaligen Kollegen, den Co-Piloten Sergej Gambarjan:

Mein ehemaliger Kollege war ein sehr ordentlicher und optimistischer Mensch. Wir haben im Jahr 2011 gemeinsam als Stewards gearbeitet und sind mehrmals zusammen von Antalya nach Kasan geflogen. Es war immer sehr angenehm, mit ihm zusammenzuarbeiten. Gambarjan war stets pünktlich und hatte immer ein Lächeln im Gesicht. Er interessierte sich sehr für die Luftfahrt und hat sich später vom Flugbegleiter zum Piloten ausbilden lassen.

Als ich die Schlagzeilen sah, glaubte ich es zunächst nicht, dass in dieser Maschine Personen sein könnten, die ich kenne. Doch als ich später die Liste mit den Namen der Verstorbenen und das Foto des Co-Piloten sah, konnte ich es kaum fassen. Ich glaube es noch immer nicht, dass Gambarjan tot ist. Die Bordmannschaft ist wie ein große Familie, in der jeder Tod sehr persönlich aufgenommen wird.

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Elena Wediborenko über ihren verstorbenen Ehemann Ilja Wediborenko:

Was soll ich sagen? Er war ein guter Ehemann und Vater. Er hätte von seinem Wachdienst nach Hause fliegen sollen, er war seit drei Monaten nicht mehr zu Hause. Leider haben wir ihn nicht mehr sehen können.

Eine Freundin der verstorbenen Ljudmila Kowtschuga:

Sie war eine sehr gutmütige, warmherzige Person. Wir konnten uns jederzeit an sie wenden. Sie hat immer allen geholfen. Ich kann es noch immer nicht glauben. Sie hatte zwei Kinder, einen Ehemann, eine Enkeltochter. Sie war eine Zahnärztin, hatte ihre eigene Praxis. Ljudmila war ein sehr verantwortungsvoller Mensch und hat rund um die Uhr gearbeitet. Außerdem war sie gläubig, sie ging in die Kirche und hat allen geholfen, sowohl mit ihren Ratschlägen als auch finanziell."

Anastasia Kowal, die Schwester der verstorbenen Stewardess Viktoria Kowal:

Ich kam gerade aus der Schule nach Hause. Da schrieben mich die Verwandten an und erzählten, dass ein Unfall passiert ist. Die Liste mit den Namen der Verstorbenen war schon veröffentlicht gewesen, aber es gab in ihrem Familiennamen einen Fehler und wir hofften, dass es sich um eine andere Person handelte. Als die korrigierte Liste veröffentlicht wurde, wussten wir, dass es doch sie war. Sie hat durchgehend ohne Wochenenden gearbeitet, um die Familie zu unterstützen. Die Eltern waren geschockt. Erst gegen Abend haben sie verstanden, dass es sich wirklich um ihre Tochter handelt. Ich möchte nach Saratow zu ihrem Begräbnis fahren.

Glück im Unglück hatte hingegen der Orsker Maksim Kolomeitsev

Er hat dem Tod ein Schnippchen geschlagen und das an seinem Geburtstag. Er sollte eigentlich an Bord der Antonov An-148 der Saratov-Airline sein, die am Sonntag nahe Moskau abstürzte. Es war einem Zufall geschuldet, dass er die Reise nicht angetreten hat.

Der gebürtige Orsker, der mittlerweile in Sotschi lebt, plante, seinen Geburtstag mit Freunden und Verwandten in seiner Geburtsstadt zu feiern. Dazu hatte er nicht nur den Flug gebucht, sondern auch ein Auto gemietet. Dieses Fahrzeug konnte jedoch nicht pünktlich zur Verfügung gestellt werden, was ihm das Unternehmen mitteilte. Die geplante Geburtstagsfeier fiel damit ins Wasser und er gab auch die Flugtickets zurück – nicht ahnend, welche Konsequenzen das für ihn haben würde.

"Ich glaube nicht, dass ich Glück hatte", sagte Kolomeitsev nach dem Flugzeugabsturz gegenüber RT. "Es war einfach eine Wendung des Schicksals", fügte er hinzu.

Von dem Absturz der Maschine hat er durch einen Anruf seines Freundes erfahren, der ihn ursprünglich am Flughafen treffen wollte.

"Ich glaubte ihm anfangs nicht. Ich dachte, es wäre einfach eine äußerst merkwürdige Art und Weise, Happy Birthday zu sagen", erklärte Kolomeitsev, der dachte, sein Freund würde sich einen schlechten Scherz erlauben.

"Jetzt versuche ich, nicht darüber nachzudenken", gestand er und fügte hinzu, dass ihm "ein kalter Schauer den Rücken herunterlief", als er erkannte, dass es sich bei der Nachricht um die Wahrheit handelte. "Das ist wirklich schrecklich. Ich kann mir nicht vorstellen, was passieren würde, wenn einer meiner Lieben in diesem Flugzeug gewesen wäre", sagte er im Gespräch mit RT. Er sprach den Angehörigen der Unfallopfer sein Beileid aus.

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