Wegen Sanktionen: Immer mehr Russen holen ihr Geld aus dem Ausland zurück

Wegen Sanktionen: Immer mehr Russen holen ihr Geld aus dem Ausland zurück
Immer mehr reiche Russen befürchten, ihre Vermögenswerte könnten infolge weiterer US-Sanktionen eingefroren werden. Deshalb bereiten sie sich zunehmend auf die Rückführung ihres Reichtums nach Russland vor, berichten Reuters und die Tageszeitung Wedomosti.

Laut Reuters haben russische Tycoons mehrere Gründe, dies zu tun. Bereits im nächsten Jahr könnte Washington weitere Sanktionen gegen wichtige russische Unternehmensgruppen verhängen und/oder unumschränkte Sanktionen verhängen.

Die russische Zeitung Wedomosti bestätigt den Bericht. "Das Geschäftemachen im Ausland ist nicht mehr sicher", sagte ein anonymer russischer Regierungsbeamter der Tageszeitung.

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Der Kreml hat die einheimischen Unternehmen zudem darauf hingewiesen, dass die Aufbewahrung von Geld in Russland viel sicherer sei, da die europäischen Behörden künftig in Bezug auf Steueroasen hart durchgreifen wollen, so der Beamte. Die Entwicklung könnte erhebliche Teile des Kapitalabflusses aus Russland, der in den Jahrzehnten seit dem Ende der Sowjetunion vielfach zu verzeichnen war, wieder umkehren.

Großanleger wünschen sich Neuemissionen von Anleihen

Die Reichen wollen nun erreichen, dass das russische Finanzministerium eine Emission von Eurobonds auf den Weg bringt, um das Geld nach Russland zurückholen zu können. Mit den derzeit niedrigen Einlagenzinsen auf Fremdwährungen in Russland sind die Anleger unzufrieden. Berichten zufolge bitten sie um eine Drei-Milliarden-Dollar-Anleihe, um ihr Geld auf diesem Wege zurück nach Hause holen zu können.

Allerdings haben die russischen Behörden erklärt, dass das Land bereits über die notwendige Infrastruktur verfüge, um Investitionen in Fremdwährungen tätigen zu können. Außerdem wolle der russische Staat den Steuerzahlern die Risiken der großen Unternehmen nicht zumuten, schreibt Wedomosti.

Im Moment sind russische Banken nicht daran interessiert, große Reserven an Fremdwährungen zu halten, da sie es heute vorziehen, Kredite in Rubel zu vergeben, betonen Experten.

Daher gibt es in Russland keinen öffentlichen oder privaten Kreditnehmer, der einen solchen Betrag in einer Fremdwährung benötigt", sagte die Chefökonomin der Alfa Bank, Natalia Orlowa.

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