Kommunisten wollen Dserschinski-Denkmal wieder: "Symbol für Ehrlichkeit und Selbstlosigkeit"

Kommunisten wollen Dserschinski-Denkmal wieder: "Symbol für Ehrlichkeit und Selbstlosigkeit"
Dserschinski-Denkmal im Moskauer Skulpturenpark
Der Chef der Kommunistischen Partei Russlands, Gennadi Sjuganow, hat Präsident Wladimir Putin gebeten, einem der prominentesten Persönlichkeiten des Bolschewismus, dem Gründer der sowjetischen Sonderdienste, Felix Dserschinski, ein neues Denkmal zu setzen.

In einem Brief an den Präsidenten merkte Sjuganow die "entscheidende Rolle" an, die Dserschinski bei der Gründung der bolschewistischen Staatssicherheitsbehörde Tscheka spielte, die später in das Staatssicherheitskomitee (KGB) überging. Nach dem Ende der Sowjetunion hat der heutige Föderale Sicherheitsdienst (FSB) den KGB ersetzt.

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Ein junger Teilnehmer des feierlichen Marsches zum 100-Jahres-Gedenken der Oktoberrevolution in Moskau am 7. November 2017.

Diese Körperschaft war die Grundlage für das staatliche Sicherheitssystem, das bis heute eines der Schlüsselelemente der russischen Staatlichkeit ist. Wir sind davon überzeugt, dass die Wiederaufstellung des Denkmals für den Mann, der zum Symbol der Ehrlichkeit und Selbstlosigkeit geworden war, zur Bildung anständiger moralischer Richtlinien in unserer Gesellschaft beitragen würde",

zitiert die Tageszeitung Kommersant Sjuganow.

Felix Dserschinski starb 1926. Zu seinen Ehren benannten die sowjetischen Behörden Städte, Straßen, Plätze und Sehenswürdigkeiten um. Der Moskauer Lubjanka-Platz, auf dem sich das KGB-Hauptquartier befand, wurde 1926 ebenfalls ihm zu Ehren umbenannt. Ein überdimensionales, Dserschinski gewidmetes Denkmal stand seit 1958 in der Mitte dieses Platzes.

Jelzin veranlasste Entfernung des Denkmals

Im Jahr 1991, nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Wahl Boris Jelzins zum ersten russischen Präsidenten bekam der Platz seinen ursprünglichen Namen, Lubjanka, zurück und die neue Regierung ließ das Dserschinski-Denkmal entfernen. Kurz darauf installierte die russische NGO "Memorial", die sich auf die Aufarbeitung der Geschichte der stalinistischen Säuberungen spezialisierte, an dessen Stelle ein eigenes Denkmal, um die Opfer politischer Verfolgung in der Sowjetzeit zu ehren.

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Die Kommunistische Partei der Russischen Föderation, die in ihrer Politagitation gerne auf Bilder und Symbole aus der Sowjetzeit zurückgreift, hat Dserschinski stets als Modell-Staatsmann gelobt und sich für die Rückkehr seines Denkmals eingesetzt. Mitte 2015 sammelten die Kommunisten genügend Unterschriften von Anhängern, um in Moskau ein Referendum zu diesem Thema zu initiieren. Letzten Endes beschlossen sie jedoch, diese nicht der Stadtwahlkommission vorzulegen und verwiesen auf, wie sie sagten, überhöhte Kosten der Umfrage.

Das unabhängige Meinungsforschungsinstitut Lewada führte 2015 dennoch eine eigene Umfrage über eine mögliche Rückkehr des Denkmals auf den Lubjanka-Platz durch. Diese ergab, dass 51 Prozent der Moskauer eine Rückkehr des Standbildes unterstützten. Ungefähr 25 Prozent waren dagegen und 24 Prozent gaben an, keine feste Position zu diesem Thema zu haben.